Konjunktur: US-Wirtschaft brummt wieder - DER SPIEGEL
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Konjunktur US-Wirtschaft brummt wieder

Trotz Krisengerede und der verbreiteten Angst vor einem Feldzug gegen den Irak arbeitet die US-Wirtschaft wieder auf vollen Touren. Das Wachstum im dritten Quartal überraschte die gesamte Expertenriege.
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Washington - Die am Dienstag in Washington veröffentlichte Wachstumsrate lag mit vier Prozent sowohl über der ersten Schätzung des Handelsministeriums vor einem Monat in Höhe von 3,1 Prozent als auch über den Erwartungen von Analysten, die mit 3,8 Prozent gerechnet hatten. Im zweiten Quartal hatte die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) noch bei 1,3 Prozent gelegen.

Die kräftige Aufwärtsrevision der Wachstumsdaten begründete das Handelsministerium unter anderem mit einem unerwartet starken Lageraufbau und höher als zunächst angenommenen Staatsausgaben. Die Unternehmen füllten ihre Lager im dritten Quartal netto um Waren im Wert von 15,5 Milliarden Dollar auf, nach einem Zuwachs von lediglich 4,9 Milliarden Dollar im Vorquartal. Der Lageraufbau trug damit knapp einen halben Prozentpunkt zum Wirtschaftswachstum bei. Die Staatsausgaben legten um 3,1 Prozent zu nach einer ersten Schätzung von 1,8 Prozent und einem Plus von 1,4 Prozent in den drei Monaten zuvor.

Stärkster Wachstumsmotor jedoch waren erneut die Konsumausgaben, die um 4,1 Prozent zulegten nach einem Zuwachs von lediglich 1,8 Prozent im Vorquartal. Vor allem die Auto-Nachfrage zog stark an, was auf die zahlreichen Nullzins-Finanzierungsangebote der Autohersteller in den USA zurückzuführen war. "Das sind ziemlich starke Daten", sagte Todd Finkelstein von Boston Advisors.

Bereits in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass sich das Vertrauen der US-Verbraucher in die Wirtschaftsentwicklung ihres Landes im November überraschend deutlich verbessert hatte. Als Grund dafür wurde vor allem die Entspannung am Arbeits- und Aktienmarkt sowie die kräftige Leitzinssenkung der US-Notenbank eine Woche zuvor genannt. Der Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan war auf 85,0 von endgültig 80,6 Punkten im Oktober gestiegen. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich einen Anstieg auf 82,3 Punkte vorausgesagt.

Einige Marktteilnehmer warnten indes, der neuerliche Rückgang der Investitionsausgaben der US-Firmen um 0,7 Prozent verheiße nichts Gutes für die weitere Konjunkturentwicklung. Zudem hätten bereits im Oktober die Angebote der Autohersteller die Nachfrage nicht mehr so stark angekurbelt wie in den Vormonaten. Auch Finkelstein betonte: "Es gibt klare Anzeichen dafür, dass das laufende Quartal deutlich schwächer sein wird als das dritte."

Experten gehen davon aus, dass die US-Konjunktur erst bei einer spürbaren Erholung der Investitionsausgaben wieder an Fahrt gewinnen kann. Die Kurse der US-Staatsanleihen zogen nach den Daten etwas an, die US-Börsen eröffneten im Minus. Der Euro reagierte kaum und pendelte weiter knapp über 0,99 Dollar.