Konjunktur: US-Wirtschaft gewinnt an Fahrt - DER SPIEGEL
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Konjunktur US-Wirtschaft gewinnt an Fahrt

Erst schwächelte die US-Wirtschaft zu Beginn des Jahres, im zweiten Quartal hat sie nun kräftig zugelegt. Die Regierung in Washington teilt mit, dass das Bruttoinlandsprodukt so stark wie seit Anfang 2006 nicht mehr gestiegen ist.
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Washington - Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft stieg nach vorläufigen Zahlen um 3,4 Prozent nach 0,6 Prozent im Vorquartal, wie die US-Regierung heute mitteilte. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,2 Prozent gerechnet. Wachstumsmotoren waren unter anderem gestiegene Investitionen und höhere Staatsausgaben.

Die Konsumausgaben, die für zwei Drittel des Wachstums der US-Wirtschaft verantwortlich sind, erhöhten sich im zweiten Quartal allerdings nur um 1,3 Prozent. Das ist der geringste Zuwachs seit dem vierten Quartal 2005.

Dennoch gehen Experten davon aus, dass nach den ersten drei Monaten der konjunkturelle Tiefpunkt durchschritten ist. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte erst Mitte der Woche die Einschätzung geäußert, dass die US-Wirtschaft im Laufe des Jahres erneut in Fahrt kommt und Mitte 2008 wieder ihrem Potential entsprechend wächst. Dennoch senkte die Finanzinstitution ihre Wachstumsprognose für die USA um 0,2 Punkte auf nur noch zwei Prozent in diesem Jahr.

Nach Angaben der US-Regierung fielen auch die Inflationsdaten überraschend positiv aus. Der für die Inflationsentwicklung in den USA wichtige Kernpreisindex auf Basis der Konsumausgaben stieg lediglich um 1,4 Prozent. Im Vorquartal hatte er noch um 2,4 Prozent zugelegt, Experten hatten nun zwei Prozent erwartet. Dieser Index ist für die US-Notenbank Fed ein zentraler Inflationsindikator. An den Märkten schürten die Daten daher Spekulationen, dass die Fed in diesem Jahr doch noch die Zinsen senken wird.

Sorge bereitet der US-Wirtschaft dagegen die Entwicklung des Immobilienmarktes. Neueste Zahlen zeigen, dass die Verkäufe auf dem Wohnungs- und Häusermarkt weiter rückläufig sind. Im Juni sank die Zahl der verkauften neuen Eigenheime nach Angaben des US-Handelsministeriums um 6,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab die Zahl sogar um 22,3 Prozent nach. Die Preise für Immobilien in den USA sind im Durchschnitt kräftig gesunken. Infolge dieser Tendenz gab gestern der Aktienindex Dow Jones   kräftig nach.

kaz/Reuters/dpa