Konjunktur Währungsfonds senkt Wachstumsprognose
Düsseldorf/Hamburg - Der Internationale Währungsfonds (IWF) werde in seinem "World Economic Outlook" die Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft für 2006 um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent senken, berichtet das "Handelsblatt". Für das laufende Jahr prognostiziere der IWF unverändert ein Plus in gleicher Größenordnung.
"Die globale Konjunktur befindet sich zwar nach wie vor auf einem erfreulichen Wachstumspfad, aber die Abwärtsrisiken haben zugenommen", sagte ein hochrangiger IWF-Mitarbeiter der Zeitung. Der Weltwirtschaftsausblick "World Economic Outlook" soll am kommenden Mittwoch vorgestellt werden.
Nach Einschätzung des Währungsfonds hat der Hurrikan "Katrina" selbst zwar eher "geringfügige Auswirkungen" auf die US-Wirtschaft. Es bestehe aber die Gefahr, dass der Sturm eine Reihe von "Zweitrunden-Effekten" auslöst, heißt es weiter. So könne die Konsumneigung der Amerikaner auf Grund der hohen Benzin- und Heizölpreise abnehmen. Das wiederum treffe auch Export-Staaten wie Deutschland.
Prognose für Deutschland nach unten korrigiert
Für Deutschland hat der IWF die Wachstumsprognosen für 2005 und 2006 gesenkt. Der Fonds erwarte für dieses Jahr jetzt nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent, im kommenden Jahr lege das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit 1,2 Prozent kaum stärker zu, berichtete die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf einen Entwurf für den neuen Weltwirtschaftsausblick. Damit ist die Schätzung im Vergleich mit einer vorläufigen Fassung des Ausblicks für 2005 um 0,2 und für 2006 um 0,1 Punkte nach unten revidiert worden.
Immerhin sehe der Währungsfonds die Wirtschaft als so stabil an, dass er der Europäischen Zentralbank (EZB) keine Senkung der Zinsen empfiehlt, berichtet die "FTD" weiter. Die Geldpolitik sei "angemessen", hieß es. Schwäche sich die Konjunktur ab, müsse die EZB aber reagieren. Auch den Kurs der US-Notenbank Fed, die Zinsen allmählich anzuheben, halte der IWF für richtig. Die US-Wirtschaft werde nach Währungsfondsdaten 2005 um 3,5 und 2006 um 3,3 Prozent wachsen. Japans BIP lege in beiden Jahren um je zwei Prozent zu.