Konjunktur Wirtschaftsweise senken Wachstumsprognosen
Berlin - Anzeichen für einen nachhaltigen Aufschwung seien nicht erkennbar. Auch bei der Arbeitslosigkeit sei keine Besserung in Sicht: Sie werde 2002 im Durchschnitt bei knapp unter vier Millionen verharren, heißt es in dem Gutachten.
Erst für kommendes Jahr erwarten die Experten den Angaben zufolge eine Erholung. Dann sei wieder ein Konjunkturplus von mehr als zwei Prozent drin. Laut "Bild am Sonntag" erwarteten einige Experten der Institute dieses Jahr nur 0,75 Prozent. Andere seien optimistischer, so dass sich die Fachleute auf knapp ein Prozent geeinigt hätten. Die Bundesregierung schätzt offiziell 0,75 Prozent.
Das Frühjahrsgutachten wird am Dienstag in Berlin vorgestellt. Beteiligt sind die Institute in Kiel, Hamburg, Essen, München, Halle und Berlin. Zu dem Empfehlungen der Experten an Finanzminister Hans Eichel und seine Länderkollegen gehören massive Einsparungen, um das Ziel eines ausgeglichenen Staatshaushalts im Jahr 2004 zu erreichen. Mit dieser Zusage hatte Eichel eine Verwarnung der Bundesrepublik durch die EU wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Euro-Kriterien verhindert.
Um die Auswirkungen des Sparkurses auf die Konjunktur so gering wie möglich zu halten, sollten die Kommunen mehr Geld für Investitionen in die Infrastruktur bekommen. Die Last der Konsolidierung der Staatsfinanzen sollten allein Bund und Länder übernehmen, heiße es im Frühjahrsgutachten. Bund, Länder und Gemeinden müssten wegen der anhaltenden Konjunkturschwäche dieses Jahr mit etwa zwölf Milliarden Euro Steuereinnahmen weniger auskommen als bisher geplant.