Konjunkturbarometer: Finanzexperten bleiben pessimistisch - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Konjunkturbarometer Finanzexperten bleiben pessimistisch

Gestern noch hatten die Wirtschaftsforscher des DIW und des IW von einer nachhaltigen Konjunkturerholung gesprochen. Heute präsentiert das ZEW die Perspektive der Pessimisten: Die von dem Institut befragten Finanzmarktexperten schätzen die wirtschaftlichen Aussichten im Oktober weit schlechter ein als im Vormonat.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mannheim - Der Saldo der Konjunkturerwartungen der vom Mannheimer ZEW befragten Finanzmarktexperten sank im Oktober auf 31,3 von 38,4 Punkten im September, wie das Institut am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage mitteilte. "Die Experten gehen somit von einer leichten Wachstumsverlangsamung bis April nächsten Jahres aus", hieß es in einer Stellungnahme. Der Indikator rutschte unter seinen historischen Mittelwert von 34,7 Zählern.

Analysten hatten nur einen Rückgang des Indikators auf 36,5 Zähler prognostiziert. Die aktuelle Wirtschaftslage bewerteten die Experten dagegen erneut etwas weniger pessimistisch als bislang, der entsprechende Indikator legte auf minus 58,9 von minus 61,5 Punkten zu.

"Der Grund für den größeren Pessimismus der Finanzexperten liegt in dem weiter ansteigende Ölpreis und der Erwartung einer nachlassenden weltwirtschaftlichen Dynamik", erklärte dagegen das ZEW. Kompensierende Impulse von der Binnennachfrage fehlten. Der Indikator für die Konjunkturentwicklung in der Euro-Zone schwächte sich auf 37,6 von 44,7 Punkten ab.

Das ZEW befragt jeden Monat gut 300 Analysten und institutionelle Anleger zu ihren mittelfristigen Konjunkturerwartungen. Der Saldo gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die Wirtschaftsentwicklung auf Sicht von sechs Monaten wieder.