Konjunkturindex Wirtschaft in bester Stimmung
München - Im April stieg der Index auf 105,9 Punkte, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut heute mitteilte. Im März hatte der Index noch bei 105,4 Punkten gelegen.
Die befragten Unternehmen bewerteten auch ihre derzeitige Lage besser. Der entsprechende Index stieg von 105,1 auf 106,4 Punkten. Die Erwartungen verschlechterten sich dagegen leicht von 105,7 auf 105,5 Punkten.
Der jetzige Anstieg ist der fünfte in Folge. Die Stimmung ist so gut wie zuletzt vor 15 Jahren nach dem Wiedervereinigungsboom. Die Daten sprechen nach Einschätzung von ifo-Vorstandsmitglied Gebhard Flaig für eine "weiterhin robuste Konjunkturentwicklung".
Gefahren sehen die Experten in den deutlich über 70 Dollar pro Barrel (159 Liter) gestiegenen Ölpreis. "Der Ölpreis ist sicher ein großes Risiko", sagte ifo-Volkswirt Klaus Abberger heute. Verharre der Ölpreis auf dem jetzigen Niveau, könne das den Konsum bremsen und indirekt über eine Abkühlung der Konjunktur in anderen Ländern die deutsche Wirtschaft belasten. Abberger sagte, er gehe auf Dauer von einem relativ hohen Ölpreis aus, der aber schwanken werde. "Wenn der Preis wieder auf etwa 60 Dollar fallen sollte, spielt er nicht so eine große Rolle für die Konjunkturentwicklung."
Rund 7000 Unternehmen wurden für den Geschäftsklimaindex befragt. Auch wenn sie die Stimmung kurzfristig positiv einschätzen, beurteilen die Firmen die Aussichten für die kommenden sechs Monate vorsichtiger. Der ifo-Index gilt als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die Konjunktur in Deutschland.
kaz/AFP/AP/Reuters