Konjunkturprognose Deutsche Wirtschaft schrumpft 2003
Essen - In diesem Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,2 Prozent zurück gehen, heißt es im aktuellen Konjunkturbericht des Instituts. Die RWI-Experten waren noch im Frühjahrsgutachten gemeinsam mit fünf Wirtschaftsinstituten von einem Wachstum von 0,5 Prozent ausgegangen. Inzwischen rechnen auch die anderen Institute für dieses Jahr allenfalls noch mit einer Stagnation der Wirtschaftsleistung. Die offizielle Wachstumsprognose der Bundesregierung für dieses Jahr liegt noch bei 0,75 Prozent.
Für das kommende Jahr könne aber ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent erwartet werden, heißt es in dem Bericht. Kernproblem der deutschen Wirtschaft bleibt nach Ansicht der Experten die schwache Binnennachfrage. Es sei "ein steiniger Weg" aus der mittlerweile ungewöhnlich langen Stagnationsphase, sagte RWI-Vizepräsident Ullrich Heilemann in Essen. Es bestehe weiter die Gefahr, dass sich die pessimistischen Erwartungen verfestigten. Die Veränderung der Konjunkturprognose begründete Heilemann unter anderem mit dem Euro-Anstieg gegenüber dem Dollar in den vergangenen Monaten.
2004 erwarten die Essener Wirtschaftsforscher jedoch eine Trendwende. Dies liege unter anderem an einem Anstieg der Exporte - bedingt durch eine verbesserte internationale Konjunktur sowie die nachlassende Wirkung des hohen Euro-Kurses. Auch mit einer Kräftigung des privaten Verbrauchs im kommenden Jahr wird gerechnet. Die verfügbaren Einkommen würden sich dann durch die zweite und dritte Stufe der Einkommenssteuerreform erhöhen. Auf der anderen Seite würden allerdings höhere Sozialabgaben und der Abbau von Steuervergünstigungen den privaten Verbrauch belasten.
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird sich nach Ansicht der Ökonomen noch bis ins erste Quartal 2004 verschlechtern. Die Zahl der Arbeitslosen werde in diesem Jahr auf 4,46 Millionen und 2004 auf 4,50 Millionen steigen. Im Jahresdurchschnitt 2003 liege die Arbeitslosenquote bei 10,5 Prozent und verharre 2004 auf diesem Niveau.