Konjunkturprognose: RWI rechnet mit Rekordwachstum - DER SPIEGEL
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Konjunkturprognose RWI rechnet mit Rekordwachstum

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) erwartet für 2000 das höchste Wirtschaftswachstum in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Der Aufschwung wird nach Worten von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller auch lange anhalten.
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Essen - Das Bruttoinlandsprodukt werde laut RWI in diesem Jahr um drei Prozent wachsen. 2001 nehme die konjunkturelle Dynamik mit 3,2 Prozent sogar noch etwas zu, schreibt das Essener Institut in seinem Konjunkturbericht. Verglichen mit den Einschätzungen zu Jahresbeginn stellen sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen für 2000 und 2001 danach nochmals verbessert dar.

Obwohl die Bundesregierung mit einem leicht niedrigerem Wachstum von 2,75 Prozent für 2000 rechnet, ist Wirtschaftsminister Werner Müller optimistisch, dass es in den nächsten Jahren zu einem Wirtschaftswachstum von drei Prozent kommt. "Wenn wir nicht alles falsch machen, werden wir das erreichen", sagte er am Montag bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts 2000 in Berlin. Deutschland stehe vor einem tief greifenden, mehrjährigem Aufschwung, der mit dem in Amerika vergleichbar sei.

Das RWI erwartet, dass die gesamtwirtschaftliche Produktion in Deutschland im weiteren Jahresverlauf mit dem raschen Tempo der vergangenen Monate wächst. "Dabei steigen die Exporte wiederum kräftig; gleichzeitig verstärkt sich allmählich die Binnennachfrage", schreibt das RWI. Durch die geplante erste Stufe der Steuerreform würde das Bruttoinlandsprodukt um einen halben Prozentpunkt höher ausfallen. Insbesondere der Konsum dürfte von der Steuerreform deutliche Impulse erhalten; er profitiere aber auch von der steigenden Beschäftigung. Die Wettbewerbsposition der deutschen Wirtschaft und die Beschäftigungsperspektiven verbesserten sich zusätzlich mit wieder moderaten und längerfristigen Tarifabschlüssen.

Auf dem Arbeitsmarkt werde sich die Lage spürbar bessern: Nach einem Rückgang der Zahl der Arbeitslosen um 250.000 in diesem und 350.000 im nächsten Jahr werde die Arbeitslosenquote Ende 2001 acht Prozent betragen, in Westdeutschland 6,2 Prozent. Bundeswirtschaftsminister Müller hält einen Rückgang der Arbeitslosigkeit auf drei Millionen für möglich. Sofern die wichtigsten Reformvorhaben der Regierung realisiert würden, werde sich die Arbeitslosigkeit "einer Zahl von drei Millionen von oben annähern".