Konjunkturprogramm: Abfuhr für Firmenbosse - DER SPIEGEL
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Konjunkturprogramm Abfuhr für Firmenbosse

Die Führungsetage der deutschen Wirtschaft sprach beim Bundeskanzler vor und bat um Konjunkturhilfen. Schröder lehnte ab.
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Berlin - Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye sagte am Freitag in Berlin, der Kanzler habe den Top-Managern der deutschen Wirtschaft klar gemacht, dass er von "Strohfeuer-Programmen" nichts halte. Die Erwartungen, die daran geknüpft würden, seien nicht zu erfüllen, sagte Heye. Schröder habe dies bei jedem seiner öffentlichen Auftritte deutlich gemacht. Unterstützung erhielt der Kanzler dabei am Freitag von Wirtschaftsforschern und den Gewerkschaften.

Das "Handelsblatt" hatte berichtet, mehrere Unternehmenschefs - Ron Sommer (Telekom), Rolf-E. Breuer (Deutsche Bank), Jürgen Weber (Lufthansa), Jürgen Schrempp (DaimlerChrysler), Ferdinand Piëch (VW) und Roland Berger (Unternehmensberatung) - hätten in dem Gespräch mit Schröder konjunkturstützende Maßnahmen angeregt. Der Kanzler habe sich zurückhaltend gezeigt, aber nicht ausgeschlossen, dass die Bundesregierung aktiv werde, wenn sich die konjunkturelle Situation weiter zuspitzt, hieß es unter Berufung auf informierte Kreise.

Die Zeitung zitierte Rolf-E. Breuer, der sich für ein Programm zur Stützung der Konjunktur ausgesprochen habe. "Sondersituationen wie diese erfordern ausnahmsweise Sondermaßnahmen", sagte Breuer in dem Gespräch mit der Wirtschaftszeitung. Das Treffen erwähnte er nicht.

Die Äußerungen des Chefs der Deutschen Bank stießen bei anderen Frankfurter Großbanken auf Skepsis. "In dieser Situation muss man nicht zu Notmaßnahmen greifen. Das hieße, es brennt an allen Ecken und Enden. So dramatisch ist die Lage nicht", sagte ein Banker. Der Vorschlag setze ein falsches Signal und könnte die Investitionszurückhaltung noch verstärken.

Darin sind sie sich mit dem Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Dieter Schulte, einig: "Es ist fahrlässig, schon jetzt die Rezession auszurufen", sagte er der "Financial Times Deutschland". Der DGB-Chef deutete an, dass die eine oder andere Firma ihre wirtschaftliche Lage nach den Terroranschlägen in den USA bewusst überpessimistisch einschätze, um ohnehin geplante Entlassungen durchsetzen zu können: "Ich schließe das nicht aus."