Konkurrentenschelte: "Der Transrapid ist wie die Concorde" - DER SPIEGEL
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Konkurrentenschelte "Der Transrapid ist wie die Concorde"

Der Chef des französischen TGV-Herstellers Alstom Transport lässt kein gutes Haar an der deutschen Transrapid-Technologie. Der vermeintliche Superzug sei zu teuer, zu kompliziert - und ohne Zukunft.
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Paris - Michel Moreau ist kein Unbekannter in der Branche. Seit kurzem ist er Präsident des europäischen Bahnindustrie-Verbandes. Zugleich führt er den nach Umsatz zweitgrößten Bahntechnik-Hersteller der Welt, Alstom Transport. Da erregt es Aufsehen, wenn der Franzose sich über die Zukunftschancen des deutschen Renommier-Projektes Transrapid äußert.

Viel Schmeichelhaftes hatte Moreau im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" nicht zu sagen. Er glaube nicht an die Zukunft der Magnetschwebebahn, wird Moreau in der Zeitung zitiert. Der Transrapid tauge allenfalls als Zubringer für Flughäfen, für Langstrecken sei er ungeeignet. Den Magnetschnellzug zu betreiben, sei völlig unwirtschaftlich - in dieser Hinsicht ähnele er dem Überschallflugzeug Concorde.

Für sein vernichtendes Urteil nannte der französische Konkurrent drei Gründe. So sei eine Transrapid-Trasse doppelt so teuer wie eine Strecke für einen konventionellen Schnellzug. Zugleich sei der Aufwand, der für eine Streckenführung in Innenstädte und eventuelle Untertunnelungen nötig sei, enorm. Schwer wiege auch, dass die Transrapid-Strecken nicht mit dem normalen Schienennetz kompatibel sind.

Eine Sprecherin des Transrapid-Konsortiums, das aus Siemens und ThyssenKrupp besteht, nannte die Kritik hanebüchenen Unsinn. Die Investitionskosten für eine Transrapid-Trasse seien weit weniger hoch als Moreau behaupte, zudem sei der Magnetzug günstig in der Wartung. Trassen in die Innenstädte könnten weitgehend problemlos entlang bestehender Strecken gebaut werden. Auch würden sich die Magnetstrecken mit herkömmlichen gut ergänzen.

Möglich also, dass Moreau das Produkt eines Konkurrenten schlecht macht, weil Alstom keine vergleichbare Technologie im Angebot hat und Werbung für sein Schnellzugprodukt TGV machen will. Moreau bestritt dies allerdings. Der Einstieg ins Transrapid-Konsortium sei ihm mehrfach angeboten worden, stets habe er ihn wegen seiner Zweifel an der Technologie abgelehnt. Das haben manche in Deutschland etwas anders in Erinnerung. Im Jahr 1997 soll Alstom durchaus Interesse an einer Beteiligung am Transrapid-Konsortium gehabt haben. Der Einstieg der Franzosen scheiterte damals offenbar nur aus Kostengründen.