Konkurrenzdruck Iberia plant eigenen Billigflieger
Düsseldorf/Madrid - Wie die spanische Zeitung "Cinco Días" berichtet, soll die Fluglinie Mediterránea heißen und Anfang nächsten Jahres mit einer Basis in der Metropole Barcelona starten. Ein Sprecher von Iberia bestätigte die Pläne nur indirekt. Eine endgültige Entscheidung darüber sei noch nicht gefallen. Vor September sei damit auch nicht zu rechnen.
Der Plan hängt allerdings stark vom Entgegenkommen der Gewerkschaften ab. Sollten die Arbeitnehmervertreter darauf beharren, dass die Billig-Airline die gleichen Tarife bezahlt, wie Iberia selbst, wäre das Projekt gescheitert. Spanische Zeitungen schließen deshalb nicht aus, dass Iberia auch die junge Billig-Linie Vueling übernehmen könnte.
Iberia sieht sich auf dem heimischen Markt zunehmend der Konkurrenz durch die Billigflieger ausgesetzt. Einer der wichtigsten davon ist Air Berlin. Die zweitgrößte deutsche Fluglinie hat neben ihrem großen Drehkreuz Mallorca inzwischen auch Verbindungen zu mehr als einem Dutzend spanischer Städte im Programm. Auch Europas Marktführer Easyjet und Ryanair setzen ihre Expansion Richtung Mittelmeer ungebremst fort. Mit dem Lufthansa-Partner Spanair, Air Europa sowie den Billig-Start-ups Vueling und Air Madrid kämpfen darüber hinaus vier spanische Anbieter um Kundschaft im Süden Europas.
Ein probates Mittel gegen die Konkurrenz haben die Spanier zurzeit nicht zur Hand. Preissenkungen - Iberia bietet inzwischen einfache Inlandsflüge schon ab 15 Euro und Strecken nach Deutschland ab 44 Euro an - lassen sich bislang nur über Schulden finanzieren: Der Flugbetrieb ist einfach zu teuer. Trotz eines Anstiegs beim Umsatz im ersten Quartal auf 1,18 Milliarden Euro summierten sich die Verluste auf 16 Millionen Euro. "Cinco Días" zufolge könnten sich die Verluste bis 2008 auf bis zu 300 Millionen Euro addieren.
Ein Sparplan, den Mullor ebenfalls im September vorlegen will, soll nach einem Bericht des "Handelsblatts" bis zu 600 Millionen Euro einbringen. Um Kosten zu senken, hatte Iberia bereits im vergangenen Jahr unter anderem die kostenlose Verpflegung an Bord der Jets gestrichen.