Konkurrenzkampf: Bahn verdammt Billigflug-Boom - DER SPIEGEL
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Konkurrenzkampf Bahn verdammt Billigflug-Boom

Dass eine Fluglinie nach der anderen mit Billigangeboten an den Start geht, macht der Deutschen Bahn offenbar Sorgen. Einer ihrer Vorstände hat nun schweres Geschütz gegen die fliegende Konkurrenz aufgefahren.
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Köln – Die Pläne der neuen deutschen Billigfluglinien seinen nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes, sondern auch volkswirtschaftlich Wahnsinn, sagte der für den Personenverkehr zuständige Bahn-Marketingvorstand, Hans-Gustav Koch, der "Kölnischen/Bonner Rundschau". Zugleich warf Koch dem Staat vor, die Billigangebote durch Steuerprivilegien überhaupt erst möglich zu machen.

Der Bahn-Marketingvorstand behauptete dennoch, er habe aber vor den Billigfliegern "wenig Angst", da sie nur wenige Direktverbindungen anböten. Zwar könne man für 29 Euro von Köln nach Mailand fliegen, "aber setzt Sie die Billiglinie auch unterwegs in Frankfurt ab?"

Das neue Tarifsystem der Bahn sei eine Antwort auf die Herausforderung der Billig-Airlines. "Günstige Flugpreise gibt es für Frühbucher", erläuterte er: "So machen wir es auch." Außerdem seien die neuen Bahn-Tarife wesentlich familienfreundlicher als Flugtarife.

Während Koch gegen die Billigairlines polemisierte, hat sich TUI-Chef Michael Frenzel in einem SPIEGEL-Interview im Sinne der Bahn geäußert. Frenzel hatte erst kürzlich den Start einer eigenen Billig-Airline bekannt gegeben, die Hapag-Lloyd Express heißen soll. Er sagte dem SPIEGEL, die Bahn müsse wie der Flugverkehr von der Ökosteuer entlastet werden. Bahnchef Hartmut Mehdorn verlange zu Recht eine Gleichbehandlung von Schiene und Luftverkehr.

Die Bahn zahlt den halben Ökosteuersatz, die Fluglinien nicht. "Die Forderung muss deshalb sein, dass die Bahn die gleiche Entlastung bekommt wie der Flugverkehr", sagte der Chef des Reisekonzerns. Frenzel ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bahn AG.

Die von TUI geplante Billigfluglinie werde der Bahn nicht ernsthaft Konkurrenz machen, sagte er. "Zwischen Bahn und Billigfliegern gibt es kaum Überschneidungen. Wer fährt schon mit der Bahn nach Barcelona oder Pisa?" Zwar werde es innerdeutsche Verbindungen geben, auf denen Billigflieger günstiger seien, räumte er ein. "Aber es gibt keine Konkurrenzsituation zwischen einer Bahn, die im Fernverkehr 140 Millionen Menschen im Jahr befördert und einer Airline, die im ersten Jahr mit 1,2 Millionen Passagieren rechnet, davon eine Million im europäischen Verkehr." Er glaube an ein vernünftiges Nebeneinander.