Konsumklima: Reformdebatte bremst Verbraucher - DER SPIEGEL
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Konsumklima Reformdebatte bremst Verbraucher

Die Gesellschaft für Konsumforschung registriert eine anhaltende schlechte Verbraucherstimmung. Schuld daran ist nach Meinung der Experten der Streit um Reformen und Steuerreform.
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Nürnberg - "Für die Menschen ist einfach nicht klar, was auf sie zukommt, und deswegen halten sie die Geldbeutel verschlossen", sagte Rolf Bürkl von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Bei der monatlichen Umfrage zum Konsumklima stellte seine Abteilung nur einen minimalen Anstieg des Indikators auf 5,2 Zähler für November von 5,1 Punkten für Oktober fest. Die Befragten hätten damit die Aussichten für die Konjunktur in etwa so skeptisch wie im Vormonat bewertet.

Besonders beunruhigend ist nach Ansicht des GfK-Experten der starke Rückgang der Einkommenserwartungen - dieser Indikator verschlechterte sich in nur einem Monat von minus 0,8 auf minus 6,9 Zähler. Im Frühsommer hätten die Pläne für ein Vorziehen der Steuerreform die Menschen mit mehr Zuversicht auf zukünftige Einkommen blicken lassen, so Bürkl. Nun überwiege die Angst vor weiteren Belastungen.

"Ohne das ganze Hick-Hack um die Reformen und die Steuerentlastung hätte sich die Stimmungsverbesserung mit ziemlicher Sicherheit fortgesetzt", sagte der Konsumforscher. Da vermutlich erst zu Jahresende Klarheit über die Be- und Entlastungen der Haushalte bestehen dürfte, seien in diesem Jahr wohl keine merklichen Impulse mehr für den Konsum zu erwarten. Auf den privaten Verbrauch entfallen in Deutschland knapp 60 Prozent des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Die Bereitschaft der Menschen, jetzt Produkte wie Autos oder Fernseher zu kaufen, blieb auch im Oktober sehr schwach, der Indikator für die Anschaffungsneigung stieg nur um 0,7 auf minus 30,9 Punkte. "Soll die Konsumbremse gelöst werden, ist es unabdingbar, dass die Konsumenten einschätzen können, was für sie an Be- und Entlastungen ansteht", so Bürkl.

Die GfK wertet im Auftrag der EU-Kommission monatlich Umfragen unter 2000 Personen aus und berechnet daraus Indikatoren, die Veränderungen der Konsumneigung im Folgemonat andeuten.