Konsumklima-Studie: Deutsche in Frühlingskauflaune - DER SPIEGEL
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Konsumklima-Studie Deutsche in Frühlingskauflaune

Die Deutschen geben derzeit so viel Geld aus wie seit fünf Jahren nicht mehr. Auch zu größeren Anschaffungen seien sie bereit, geht aus dem heute veröffentlichten Konsumklima-Index hervor. Vor allem die Fußball-WM mache sich bemerkbar.
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Nürnberg - Die "persönliche Anschaffungsneigung" ist im März um 7,6 Punkte auf einen Wert von 19,5 gestiegen, beschreibt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) die größere Bereitschaft zum Geldausgeben in ihrer heute in Nürnberg vorgestellten Konsumklima-Studie. Damit liegt der Wert 32 Punkte über dem des Vorjahres.

Etwas skeptischer sehen die Verbraucher dagegen das deutsche Wachstum und die Entwicklung des persönlichen Einkommens. Die Werte bleiben jedoch auf hohem Niveau. Sollte sich das Konsumklima weiterhin so positiv entwickeln, rechnen die GfK-Forscher mit einem Wachstum des privaten Konsums um 0,5 Prozent in diesem Jahr. Eine grundlegende Belebung der Binnennachfrage erwarten sie jedoch erst dann, wenn deutlich mehr Menschen Arbeit finden.

"Anhaltende Streiks im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen sowie Nullrunden für Rentner haben insgesamt erstaunlich wenig Einfluss auf die Entwicklung der Verbraucherstimmung gehabt", betonte die GfK. Nach wie vor seien alle Einzelindikatoren im positiven Bereich, nachdem sie noch im Vorjahr negativ ausgefallen waren. "Zuletzt war die Stimmung der Verbraucher im Dezember 2001 so gut", stellten die Konsumforscher fest.

Gestützt wird das positive Konsumklima nach Einschätzung von GfK-Chef Klaus Wübbenhorst von der Fußballweltmeisterschaft. Die Vorfreude auf das sportliche Großereignis dürfte vor allem den Absatz von Unterhaltungselektronik anheizen, schätzt er. Zudem sorgten die in Deutschland erwarteten Millionen ausländischer Fußball-Fans für zusätzliche Impulse. Dieser "Sondereffekt" sei daher ebenso wenig zu unterschätzen wie die so genannten Vorzieheffekte als Folge der für 2007 geplanten Mehrwertsteuererhöhung. Das Geld für verstärkten Konsum sei auf jeden Fall vorhanden, unterstrich Wübbenhorst und verwies dabei auf die milliardenschweren Ersparnisse der Verbraucher.

Belastet werde das bundesweite Konsumklima von der leicht negativen Stimmung in Ostdeutschland. Die Studie basiert auf der Befragung von 2000 Verbrauchern.

Gestern hatte das Münchner ifo-Institut seinen Geschäftsklima-Index veröffentlicht, wonach sich die Stimmung in der gewerblichen Wirtschaft Deutschlands im März überraschend verbessert hatte und so gut war wie seit 1991 nicht mehr.

kaz/AFP/dpa