Konsumklima US-Verbraucher glauben an Besserung
New York - Die von der Wirtschaftskrise geplagten US-Verbraucher schöpfen langsam wieder Hoffnung: Das Barometer für das Konsumentenvertrauen stieg überraschend kräftig auf 39,2 von revidiert 26,9 Zählern im März, wie das Forschungsinstitut Conference Board mitteilte. Der Stimmungsindex legte damit in diesem Monat so stark zu wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Insbesondere die Erwartungen der Verbraucher gingen deutlich in die Höhe. "Das deutet darauf hin, dass die Bodenbildung aus Sicht der Verbraucher näher rückt", sagte Forschungsleiterin Lynn Franco.
Allerdings sei das Niveau des Barometers noch immer recht niedrig, Ökonomen warnten vor einer all zu großen Euphorie. Arbeitslosigkeit, niedrige Hauspreise und schlechtere Kredit-Bedingungen würden weiter auf die Stimmung drücken. Die Zahlen seien immer noch sehr schwach, zitiert das "Wall Street Journal" den Chefvolkswirt von High Frequency Economics, Ian Shepherdson.
Zugleich bezeichnete nunmehr weniger als die Hälfte der Befragten die wirtschaftlichen Bedingungen als schlecht. Nur noch ein gutes Viertel der Verbraucher gibt an, dass sie eine Verschlechterung der Entwicklung in den kommenden sechs Monaten erwarten. Noch im Vormonat waren weit mehr als ein Drittel skeptisch gewesen.
Auch die Optimisten gewannen nun an Boden: 15,6 Prozent der Befragten erwarten, dass sich die Lage verbessern wird. Im März hatte weniger als jeder Zehnte diese Meinung vertreten. "Die Panikphase bei den Verbrauchern liegt hinter uns", kommentierte Ökonom Jonathan Basile von Credit Suisse die Daten. Die Stimmung der Verbraucher gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen.
Preisverfall bei Immobilien schwächt leicht ab
Auch der Preisverfall bei US-Wohnimmobilien hat sich im Februar leicht abgeschwächt und damit Hoffnungen auf eine baldige Bodenbildung am Häusermarkt genährt. Verglichen mit dem Vorjahr kosteten Einfamilienhäuser im Februar in 20 Ballungsräumen 18,6 Prozent weniger, wie aus dem Index von Standard & Poor's und Case Shiller hervorgeht.
Zum Vormonat sanken die Preise um 2,2 Prozent. Zu Jahresbeginn waren sie noch um 2,8 Prozent gefallen. Erstmals seit 16 Monaten sanken die Preise damit auf Jahressicht nicht mehr im Rekordtempo. "Auch wenn sich der Abwärtstrend im Februar fortgesetzt hat, hat sich die Talfahrt doch in einigen Teilen des Marktes abgeschwächt", sagte S&P-Experte David Blitzer.
Das Platzen der Blase bei Wohnimmobilien gilt als wichtigster Auslöser der weltweiten Finanzkrise, die sich inzwischen zur tiefsten Rezession seit den dreißiger Jahren ausgeweitet hat.