Konzerne Kirch ohne Leo?
ei den Gesprächen zur Rettung des hoch verschuldeten Kirch-Konzerns lief Ende vergangener Woche alles auf einen Einstieg der Gläubigerbanken bei der Kernfirma KirchMedia zu. Bis spätestens 31. März, so hatten sich Sanierer und Banken zum Ziel gesetzt, müsse eine Lösung gefunden sein dann drohen neue Zinszahlungen in zweistelliger Millionenhöhe, unter anderem für die Formel-1-Beteiligung. Für eine Kapitalerhöhung um 500 bis 800 Millionen Euro sowie weitere Kredite wollen Bayerische Landesbank, HypoVereinsbank, DZ Bank und Commerzbank mehr als 50 Prozent der Anteile an dem Unternehmen damit wäre Leo Kirch nicht mehr Herr im eigenen Haus. Holding-Geschäftsführer Dieter Hahn würde dann wohl ein Sanierer vorgesetzt. Ohnehin verknüpfen einige Banken ein weiteres Engagement mit einem Managementwechsel. Weil auch den insgesamt sieben KirchMedia-Investoren eine Erhöhung ihrer Anteile angeboten wird, könnte der Einfluss des 75-jährigen Firmenpatriarchen, der mit seinem Sohn Thomas derzeit 79 Prozent an dem Unternehmen hält, am Ende nur noch gering sein. Selbst ein vollständiger Rückzug des Gründers aus seinem Lebenswerk, das insgesamt mit mehr als sieben Milliarden Euro verschuldet ist, galt am vergangenen Freitag nicht mehr als ausgeschlossen. Leo Kirch hat nur noch wenig Bewegungsspielraum. Als Alternative bliebe ihm nach Einschätzung beteiligter Banker nur der Gang zum Insolvenzrichter. Selbst bei hohen Kirch-Mitarbeitern geht jetzt die Angst um: "Anders als die Banken hat Kirch bei einer Pleite doch nichts mehr zu verlieren."