Konzernkrise: Bund soll Walter Bau Steuerschulden erlassen - DER SPIEGEL
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Konzernkrise Bund soll Walter Bau Steuerschulden erlassen

Damit möglichst viele Baustellen des Walter-Bau-Konzerns erhalten bleiben, soll auch der Staat Verzicht üben. Bund und Länder sollen auf Altforderungen verzichten, um den Einstieg des österreichischen Baukonzerns Strabag nicht zu belasten.
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München - Das verlange die österreichische Holding in ihrem "Erwerberkonzept" für die Übernahme großer Teile des Konzerns, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Demnach fürchtet Strabag, bei einigen Projekten leer auszugehen, weil der Staat nachträglich Steuern und Forderungen aus anderen Bauvorhaben eintreiben könnte.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement hat sich demnach bereits eingeschaltet. Er will verhindern, dass Baustellen wegen ausstehender Steuerzahlungen der insolventen Walter Bau AG geschlossen werden.

Dem einst drittgrößten deutschen Baukonzern brechen wegen der ungewissen Lage die Aufträge weg. Die insolvente Gesellschaft hat als Herzstück des Konzerns laut Gesamtbetriebsratschef Karl Bauer Aufträge in Höhe von rund 400 Millionen Euro verloren. Vor der Insolvenz habe der Auftragsbestand rund 650 Millionen Euro betragen, jetzt seien davon nur noch rund 250 Millionen übrig, sagte er.

Betriebsrat fürchtet "brutalen Kahlschlag"

Über 1000 Walter-Bau-Beschäftigte haben am Montag in Augsburg für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Insgesamt seien im Konzern 4000 Arbeitsplätze durch die Insolvenz gefährdet, sagte Betriebsratschef Bauer. Dieser "brutale Kahlschlag" sei nicht akzeptabel. Laut Bauer soll über eine Beschäftigungsgesellschaft den von der Kündigung bedrohten Arbeitern eine Lohnfortzahlung von sechs bis acht Monate gesichert werden.

Die österreichische Strabag, die einen Großteil des Konzerns übernimmt, dementierte einen Kahlschlag. Die Strabag wolle in ihrem Bereich weiter mindestens 3000 Arbeitsplätze erhalten, sagte Finanzvorstand Thomas Birtel. "Wie die Aussagen zu Stande kommen, dass nur ein Bruchteil dessen gehalten werden kann, was versprochen wurde, kann ich nicht nachvollziehen."

Der Zusammenbruch des Walter-Bau-Konzerns zog am Montag eine weitere Pleite nach sich. Die in Augsburg ansässige Baugeräte Service GmbH mit bundesweit rund 500 Arbeitsplätzen stellte nach Angaben der IG BAU Insolvenzantrag.