Konzernstreit: Porsche-Eigentümer suchen Rat bei Aufsichtsrat - DER SPIEGEL
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Konzernstreit Porsche-Eigentümer suchen Rat bei Aufsichtsrat

Die Zukunft von Porsche ist unklarer denn je: Die Eigentümerfamilien haben laut Betriebsratschef Hück noch nicht entschieden, was mit dem Sportwagenbauer passieren soll. Stattdessen suchen sie Rat beim Porsche-Aufsichtsrat.
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Stuttgart - Eine rasche Einigung im Porsche-VW-Streit wird immer unwahrscheinlicher: Die Familiengesellschafter des hochverschuldeten Sportwagenbauers wollen laut Porsche  -Aufsichtsratsmitglied Uwe Hück die Zukunft des Unternehmens nicht alleine entscheiden. "Hans Michel Piëch und Wolfgang Porsche haben mir das Wort gegeben, dass es keine Entscheidung der Familien gibt, ohne dass wir das im Aufsichtsrat diskutiert haben", sagte Hück am Donnerstag.

Erst bei der Aufsichtsratssitzung am 23. Juli soll darüber diskutiert werden, ob der hochverschuldete Sportwagenbauer sein Autogeschäft zu knapp der Hälfte an VW verkauft oder Katar Anteile übernimmt. Hück wollte sich jedoch nicht festlegen, ob bei dem Treffen des Kontrollgremiums überhaupt die endgültige Entscheidung in dem Machtkampf zwischen dem Sportwagenbauer und Volkswagen   getroffen wird. Hück wird am Donnerstag die Beschäftigten am Hauptsitz des Sportwagenbauers in Stuttgart-Zuffenhausen über den Stand der Verhandlungen mit VW unterrichten.

Zuvor hatten die "Financial Times Deutschland" und die "Welt" in ihrer Online-Ausgabe berichtet, dass es eine grundsätzliche Einigung in dem Porsche-VW-Streit gebe. Demnach hätten sich die Porsche-Eigner grundsätzlich auf ein Modell für einen integrierten Konzern geeinigt. Danach solle VW rund 49 Prozent des Sportwagenbauers erhalten. Ein formaler Beschluss fehle aber noch.

Das Konzept entspricht den Plänen des VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch, der zugleich Miteigentümer von Porsche ist. Porsches Vorstandschef Wendelin Wiedeking sei somit gescheitert und stehe vor dem Rückzug.

Doch Hück betont: "Wiedeking bleibt im Amt." Sein Vertrag laufe bis zum Jahr 2012. Der Porsche-Chef kämpfe für die zwei "offenen Projekte". Diese beiden Alternativen stünden zur Diskussion. Hück sagte, Wiedeking wie auch er favorisierten den Einstieg eines "externen Investors". Hück fügte hinzu: "Wiedeking darf sich dem anderen Projekt aber nicht verschließen."

Hück, der auch Porsche-Betriebsratschef ist, richtete erneut einen scharfen Angriff gegen Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff. Dieser habe im CDU-Präsidium bereits erzählt, dass Porsche verkauft sei. "Das ist unanständig", betonte Hück und warf dem Politiker vor, gezielt Falschinformationen zu streuen.

Rückendeckung erhält Hück von den Grünen. Der niedersächsische Landtagsabgeordnete Enno Hagenah sagte am Donnerstag in Hannover, es diene den Interessen Niedersachsens nicht, wenn sich Wulff in den "persönlichen Boxring" zu Porsche-Betriebsratschef Hück geselle und wild mit seinen Fäusten um sich schlage. Ziel müsse eine belastbare und dauerhafte Partnerschaft zwischen VW und Porsche sein.

Zwei Konzerne im Vergleich

yes/Reuters/dpa