Konzernumbau: Noch mehr Stellen bei Siemens-Tochter bedroht - DER SPIEGEL
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Konzernumbau Noch mehr Stellen bei Siemens-Tochter bedroht

Erst kürzlich trennte sich Siemens von seiner kriselnden Kommunikationssparte. Jetzt verschärft der Konzern seinen Sanierungskurs. Betroffen ist die verlustreiche IT-Tochter SBS - noch mehr Jobs als bisher geplant sollen wegfallen.
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Hamburg - Schritte zur Kostensenkung bei SBS würden um neun Monate vorgezogen und dafür bereits betriebsbedingte Kündigungen und Lohnkostensenkungen von zehn Prozent vorbereitet, berichtet die Zeitung "Die Welt" unter Berufung auf ein Mitarbeiterpapier der Siemens  -Sparte.

In dem Bericht heißt es, über einen geplanten Ergänzungstarifvertrag solle noch im Juli mit Arbeitnehmervertretern verhandelt werden. Bis Anfang Oktober soll demnach das neue Geschäftsmodell mit einer starken Ausrichtung auf die neuen Siemens-Kernbereiche Medizintechnik, Infrastruktur und Automatisierung stehen. "In Industrien, die Siemens nicht bedient, nimmt SBS neue Projekte nur noch selektiv und nach intensiver Prüfung an", heißt es. Bestehende Kunden sollen aber weiter betreut werden. Deutschlands größter Elektronikkonzern will sich künftig auf diese Felder konzentrieren und so weltweit seine Position als Infrastruktur-Anbieter ausbauen.

Für SBS hatte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld im September 2005 ein Sanierungsprogramm angekündigt, mit dem der IT-Dienstleister bis Ende 2007 insgesamt 1,5 Milliarden Euro sparen soll. Dazu fallen 2400 Stellen in Deutschland und 3000 im Ausland weg. Jetzt rechnet der Konzern mit einem Abbau von weiteren 350 Stellen. Der Umfang des Abbaus hänge davon ab, inwieweit der Ableger Fujitsu  -Siemens wie bisher Arbeiten von SBS erledigen lasse - das verlustreiche PC-Wartungsgeschäft war zum 1. April an Fujitsu-Siemens verkauft worden.

Zuletzt einzige Siemens-Sparte mit roten Zahlen

Der IT-Dienstleistungsbereich von Siemens beschäftigt weltweit rund 39.000 Mitarbeiter. SBS war zuletzt die einzige von zwölf Siemens-Sparten, die in den roten Zahlen steckte. Das neue Sanierungskonzept sei offenbar die letzte Chance, um einen möglichen Verkauf zu vermeiden, heißt es in dem Bericht weiter. Der neue SBS-Chef Christoph Kollatz habe sich gegenüber dem Zentralvorstand "zur Erfüllung des Business Plans" verpflichtet.

Verfehle SBS dieses Ziel, komme vom Mutterkonzern keine weitere Unterstützung. Ein Siemens-Sprecher bestätigte dem Blatt, es gebe "ein beschleunigtes Turn-around-Programm des Bereichsvorstands", nannte aber keine Details.

Die "Welt" berichtet, in Deutschland müsse bei SBS noch eine Kostenlücke von 357 Millionen Euro durch "weiteren Personalabbau, Entgeltanpassungen und Umsatzsteigerung geschlossen werden", heiße es in dem vertraulichen Papier. Seit Mai würden betriebsbedingte Kündigungen vorbereitet, die Entscheidung darüber solle Ende September fallen.

Alle Siemens-Sparten sollen nach Kleinfelds Willen bis April 2007 ehrgeizige Margenziele erreichen. Mitte Juni stieß der Konzern die größte und älteste Sparte Kommunikation (Com) ab und fusionierte sie mit dem Netzwerkgeschäft des finnischen Handy-Riesen Nokia.

Vergangene Woche kaufte Siemens die Diagnostik-Sparte des Pharmakonzerns Bayer  , um so die führende Stellung der Medizintechnik-Sparte auszubauen.

kaz/AP/ddp/Reuters

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