Konzernwandel: Nestlé will ganz auf Diät machen - DER SPIEGEL
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Konzernwandel Nestlé will ganz auf Diät machen

Bisher stand Nestlé eher für Dickmacher wie Schokolade oder Kakao. Doch die Zukunft liegt woanders. Firmenchef Peter Brabeck-Lethmathe erklärte jetzt in einem Interview: Der weltgrößte Nahrungsmittelhersteller will vom Süßigkeiten- und Tütensuppenunternehmen zum Diätriesen werden.
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Hamburg - Der Kauf des US-Diät-Unternehmens Jenny Craig, für den Nestlé im Juni 600 Millionen Dollar auf den Tisch legte, soll nur der Anfang sein. Er wolle den Schweizer Konzern Nestlé in einen Gesundheitskonzern umbauen, erklärte Nestlé-Chef Peter Brabeck-Lethmathe in einem Interview mit der "Welt". Statt auf Schokolade und Maggi-Tütensuppen, solle sich das Unternehmen verstärkt auf Diätprodukte und Lebensmittel mit gesundheitsfördernden Zusatzstoffen - so genannte "Functional Food" - konzentrieren.

"Wir werden künftig vermehrt Nahrungsmittel mit gesundheitlichem Zusatznutzen sowie Dienstleistungen rund um die Ernährung anbieten. Hier bieten sich exzellente Chancen", sagte der Manager. Im Markt mit gewöhnlicher Supermarktnahrung stoße Nestle hingegen an seine Wachstumsgrenzen. Ein Viertel seines jährlichen Budgets von einer Milliarde Euro investiere Nestlé bereits in die Abteilung Nutrion, obwohl sie derzeit nur sechs Prozent zum Umsatz beiträgt. Und weil in der modernen Schlankheits- und Diätindustrie jedes Projekt einen möglichst dynamisch klingenden Namen braucht, will Brabeck-Lethmathe seinen Konzern künftig als "Nutrition, Health- and Wellness-Company" verstanden wissen.

Bisher hatte sich Nestlé im Bereich Gesundheits-Nahrungsmittel weitgehend auf ausgewiesene Sportlernahrung beschränkt. Das einzige Experiment im Bereich Functional Food - der LC1 Joghurt - floppte anfangs, danach hielt Nestlé sich in diesem Bereich sehr zurück. Doch mit dem Erwerb von Jenny Craig soll nun alles anders werden. Der Ruf des Diätriesen, mit dessen Hilfe sich die US-Schauspielerin Kirstie Alley werbewirksam 30 Kilo runterhungerte, soll Nestlé nun helfen, in den USA Diätmahlzeiten in amerikanischen Supermärkten zu vertreiben. Jenny Craig solle Kreisen zufolge auch bald nach Europa kommen, so die Zeitung. Nach den USA und Japan sei dies der größte Markt für "Functional Food".

ase/dpa-AFX

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