Kooperation: Chrysler verabredet Kleinwagenprojekt mit Chery - DER SPIEGEL
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Kooperation Chrysler verabredet Kleinwagenprojekt mit Chery

Nach der Trennung von DaimlerChrysler bekräftigt Chrysler die alten Verbindungen. Der US-Autokonzern will gemeinsam mit dem größten chinesischen Produzenten Chery Kleinwagen bauen. Ein Projekt mit Ambitionen: Die Autos sind für den Markt in den USA und Europa bestimmt.
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Peking - Chrysler-Chef Tom LaSorda und der Präsident von Chery Automobile, Yin Tongyue, unterzeichneten heute in Peking ein entsprechendes Kooperationsabkommen. "Es ist der Anfang einer sehr langen Beziehungen", zeigte sich LaSorda überzeugt. Die Kooperation werde schon sehr bald Auswirkungen auf das Angebot von Chrysler im Kleinwagensegment haben.

Nach der Vereinbarung werden Chrysler und der 1997 gegründete chinesische Autoproduzent bei der Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb kooperieren, wie Chrysler mitteilte. Der US-Konzern will sich zunächst einige Kleinwagenentwicklungen von Chery aussuchen und nötige Veränderungen vornehmen, damit sie amerikanischen Vorschriften entsprechen.

Beide Unternehmen wollen künftig aber auch gemeinsam Fahrzeuge entwickeln, die auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig sein sollen. Er rechne damit, das erste Fahrzeug binnen eines Jahres nach Lateinamerika oder Osteuropa exportieren können, erklärte Tom LaSorda. In zweieinhalb Jahren sollen dann auch der nordamerikanische und der europäische Markt beliefert werden.

Joint Venture bestätigt

LaSorda betonte, Chrysler werde eng mit Chery zusammenarbeiten, um die Einhaltung von amerikanischen und europäischen Sicherheits- und Umweltstandards zu gewährleisten. Er gehe davon aus, die Autokäufer in den USA davon überzeugen zu können, dass chinesische Fahrzeuge sicher seien.

"Ich bin sicher, dass es eine erfolgreiche Beziehungen werden wird", sagte Chery-Chef Yin Tongyue. Vor 25 Jahren hat Chrysler das erste Gemeinschaftsunternehmen im Automobilbereich in Peking gegründet, wo heute in Zusammenarbeit mit dem bisherigen Mutterhaus DaimlerChrysler unter anderem Mercedes-Autos, große Chrysler-Limousinen sowie der Beijing Jeep gebaut werden. Mit der Trennung zwischen Daimler und Chrysler muss die Kooperation in dem Joint Venture neu geregelt werden.

Große Autokonzerne, darunter auch Volkswagen, produzieren seit Jahren in China, allerdings vor allem für den Markt dort. Die chinesischen Autobauer wiederum versuchen seit geraumer Zeit, in Nordamerika und Europa Fuß zu fassen. Nach Einschätzung von Analysten sind sie derzeit ohne Kooperationspartner aber nicht in der Lage, die dort existierenden Sicherheits- und Umweltbestimmungen einzuhalten.

Chinesische Hersteller exportierten im vergangenen Jahr 325.000 Fahrzeuge. Dabei handelt es sich vor allem im billige Busse und Lkw, die insbesondere in Afrika und Asien verkauft wurden. Chery wurde 1997 gegründet und ist der größte und am schnellsten wachsende chinesische Autobauer. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben 270.000 Fahrzeuge auf dem Heimatmarkt ab, weitere 40.000 wurden exportiert.

DaimlerChrysler hatte im Mai seine Mehrheit an Chrysler für 7,4 Milliarden Dollar an den US-Finanzinvestor Cerberus verkauft.

mik/dpa/AP