Kooperation Mannesmann und AOL
London - Bei einer Kooperation Mannesmanns mit dem französischen Vivendi-Konzern hätte nach Informationen des "Spiegel" zufolge auch Bertelsmann Interesse an einer Beteiligung.
Die Gespräche Mannesmanns mit AOL seien noch in der Anfangsphase, berichtete die britische Wirtschaftszeitung am Samstag. Eine mögliche Partnerschaft werde nach Einschätzung von Beratern keine entscheidende Auswirkung auf den Ausgang des Übernahmekampfes zwischen Mannesmann und Vodafone haben. Die Zusammenarbeit werde nicht so weit gehen, dass AOL die Rolle des "weißen Ritters" zur Abwehr von Vodafone übernehmen könne.
Die Gespräche des Düsseldorfer Konzerns mit AOL seien Teil einer ganzen Reihe neuer Kontakte. Mannesmann-Chef Klaus Esser wolle damit zeigen, dass sein Unternehmen auch allein eine große Zukunft im Internet-Geschäft vor sich habe.
Als "Weißer Ritter" ist seit Tagen der französische Mischkonzern Vivendi im Gespräch. Mannesmann und Vivendi sind bereits Partner im französischen Telefonunternehmen Cegetel und sprechen auf Chefebene miteinander. Mannesmann könnte seine Internet- und Mobilfunkgeschäfte mit denen von Cegetel vereinen und sein Kapital für den Vivendi-Konzern öffnen, das dann eine Machtübernahme durch Vodafone AirToucht Plc verhindern könnte.
Vivendi-Chef Jean-Marie Messier sagte dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" (neue Ausgabe), die eigenen Angebote bei Cegetel, AOL France oder dem Pay-TV-Sender Canal+ ergänzten sich "hervorragend mit denen von Mannesmann". Auch der Medienkonzern Bertelsmann habe bereits Interesse gezeigt, einem solchen Verbund beizutreten.
Unter Berufung auf einen Berater des Vodafone-Chefs Chris Gent schreibt das Hamburger Magazin, Esser habe die "durchaus mögliche Option", bei einer Fusion Mannesmann-Vodafone den Gesamtkonzern zu leiten. Vodafone würde bei einer gleichberechtigten Fusion einen Anteil von wenig mehr als 50 Prozent reichen.