Kooperationen: UMTS sorgt für Fusionsfieber - DER SPIEGEL
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Kooperationen UMTS sorgt für Fusionsfieber

Nach Einschätzung von Experten ist der japanisch-niederländische Verbund erst der Auftakt für eine neue Welle von Kooperationen und Partnerschaften im Mobilfunk. Angetrieben wird die Neuordnung durch ein Zauberwort, das die Branche entzückt: UMTS - der neue Technikstandard im Mobilfunk.
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Düsseldorf - In Großbritannien sind die Rechte erst vor wenigen Wochen zu dem schwindelerregenden Preis von 75 Milliarden DM versteigert worden. In Deutschland könnte die für Jahresmitte geplante Auktion sogar einen dreistelligen Milliardenbetrag einspielen. "Die Preise spiegeln die Wachstumsaussichten wider", sagt Holger Grawe, Telekom-Analyst der WestLB Panmure in Düsseldorf. Doch die Lizenzkosten seien wesentlich höher als erwartet. "Am Ende wird der Kunde die Zeche zahlen", sagt Grawe.

Da die Anzahl der Bewerber die zu vergebenden Lizenzen weit übersteigt, positionieren sich die Unternehmen neu. Ein Konzentrationsprozess sei unvermeidlich, resümiert Ralf Hallmann von der Bankgesellschaft Berlin.

Nicht durch Geschäftspläne lassen sich die Unternehmen leiten, sondern durch Aussichten auf ein glänzendes Geschäft. Der Mobilfunk gilt in der Telekommunikation als die Wachstumssparte schlechthin. Allein in Deutschland soll sich die Zahl der Handybesitzer in diesem Jahr auf 40 Millionen Teilnehmer verdoppeln. Und wenn das Internet mit UMTS mobil und das Handy multimediafähig wird, erhoffen sich die Betreiber zusätzliche Profite.

Nach dem Motto, an UMTS sollt ihr mich erkennen, wird in der Mobilfunkwelt von morgen nur noch unterschieden in Unternehmen mit oder ohne die Lizenz. Wer im Bieterwettkampf passt, muss sich nach Partnern umsehen. Riskant ist der Poker um die Rechte vor allem für die Neueinsteiger. Sie müssen neben den Investitionen zum Aufbau der Netze auch noch an entsprechende Kundenzahlen kommen.

Andere sind dagegen heiß umworben - zum Beispiel Orange. Der britische Mobilfunkbetreiber, noch Tochter des Mannesmann-Konzerns, muss im Zuge der Übernahme der Düsseldorfer durch Vodafone AirTouch aus Wettbewerbsgründen verkauft werden. An Orange, das im Besitz einer UMTS-Lizenz ist und inzwischen mehr als 100 Milliarden Mark teuer sein soll, sind unter anderem die France Télécom, die spanische Telefónica und KPN interessiert.

Die besten Chancen im internationalen Mobilfunkgeschäft hat nach Expertenmeinung die britische Vodafone-Gruppe, die sich nach der Übernahme von Mannesmann weit von den Konkurrenten Deutsche Telekom, France Telekom und British Telecom abgesetzt hat. Zwei bedeutende UMTS-Lizenzen hat das Unternehmen in diesem Jahr in Spanien und Großbritannien erhalten - ebenso British Telecom. Bei der Deutschen Telekom und der France Télécom waren es jeweils nur eine.

Peter Lessmann