Korruption: Bahn gab Millionenaufträge an Ein-Mann-Firma - DER SPIEGEL
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Korruption Bahn gab Millionenaufträge an Ein-Mann-Firma

Bei der Deutschen Bahn gibt es nach SPIEGEL-Informationen erneut einen Fall von Korruption: Ein Mitarbeiter soll wiederholt Millionenaufträge an eine Ein-Mann-Firma in Nordhackstedt vergeben haben - obwohl Hersteller wie Siemens die bestellten Teile vermutlich besser und billiger geliefert hätten.
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Hamburg - Fahnder haben bereits Anfang März Büros des Technischen Einkaufs der Bahn in München und Berlin, die Wohnung eines Bahnmitarbeiters bei Böblingen sowie Räume eines Zulieferers in Schleswig-Holstein durchsucht. Akten, Briefwechsel und Ausschreibungsunterlagen wurden sichergestellt.

Hintergrund der Aktion sind die fragwürdigen Vergabepraktiken des Bahneinkäufers. Obwohl fachlich gar nicht zuständig, hatte der Mann die millionenschweren Aufträge für Kleinteile an die Kleinstfirma verteilt - gegen Weltkonzerne wie Bombardier und Siemens.

Mit der Firma wurden unter anderem Rahmenverträge über bestimmte Bauteile abgeschlossen, ohne dass diese vorher ausgeschrieben worden waren. Dadurch, so der Verdacht der Fahnder, seien die Produkte wesentlich teurer eingekauft worden, als wenn man sie direkt von den Herstellern bezogen hätte.

Bahn-Revision schöpfte Verdacht

Seit 2001 sollen Aufträge in Höhe von rund fünf Millionen Euro an die Firma gegangen sein. "Da sind sämtliche Vergaberichtlinien des Konzerns missachtet worden", sagt ein Ermittler. Nach Aussagen von Insidern soll sich der Zulieferer gegenüber Bahnmitarbeitern immer wieder seiner Kontakte "nach ganz oben" gerühmt haben.

Die interne Revision der Bahn war den ominösen Praktiken im Einkauf schon seit längerem auf der Spur. Im Sommer vergangenen Jahres stellte das Unternehmen Strafanzeige.