Korruption Bahn zahlte Millionen für Phantomleistungen
Wuppertal - Im Einzelnen geht es um nicht erbrachte Leistungen, die Baufirmen gegenüber der Bahn-Tochter Bahn ProjektBau in Rechnung gestellt haben, ohne dafür eine Leistung erbracht zu haben. 66 Polizisten und vier Staatsanwälte hätten am Dienstag und Mittwoch 21 Objekte in mehreren Bundesländern durchsucht, berichtete ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft. Zahlreiche Unterlagen seien sichergestellt worden.
Die Arbeiten für den Ausbau der Strecke hatten ein Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro. Mitarbeiter der Bahn-Tochter sollen die Schein-Rechnungen gegengezeichnet und deren Richtigkeit bestätigt haben. Gegen sie wird wegen des Verdachts der Untreue und der Bestechlichkeit ermittelt. Auf Seiten der Baufirmen ist ein Konsortium aus Fulda und Salzgitter im Visier der Ermittler. Die Auswertung des beschlagnahmten Materials werde erhebliche Zeit in Anspruch nehmen. Die Bahn selbst habe die Ermittler auf die Unregelmäßigkeiten hingewiesen, sagte Oberstaatsanwalt Alfons Grevener.
Die Korruption macht der Deutschen Bahn vor allem bei der milliardenschweren Bau-Auftragsvergabe schwer zu schaffen. Seit dem Jahr 2000 wurde nach Bahn-Angaben vom Mai in 360 Verdachtsfällen ermittelt. Die Bahn vergibt jährlich Planungsleistungen für 800 Millionen Euro als Basis für Bauprojekte über rund 4,5 Milliarden Euro. Bahnchef Hartmut Mehdorn hatte sich gegenüber Bundestagsabgeordneten besorgt über die Korruption geäußert.