Korruptionsaffäre Siemens räumt im Vorstand auf
München - Noch gibt es zwar keine Anhaltspunkte, dass sie selbst in die Korruptionsaffäre verwickelt sind. Trotzdem zeichnet sich bislang nicht ab, dass die Verträge von Uriel Sharef und Klaus Wucherer verlängert werden. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Konzernkreise. Die Vorstandsverträge von Sharef, der für die Kraftwerkssparte zuständig ist, und Wucherer, der das Transportgeschäft betreut, laufen dem Blatt zufolge am 31. März 2008 aus.
Ein neuer Vertrag für Sharef komme "nicht in Frage", heißt es laut "Süddeutscher Zeitung" aus dem Aufsichtsrat. Nach inzwischen vorliegenden Erkenntnissen sei auch die Kraftwerkssparte stark von dem Korruptionsskandal betroffen. Ähnlich wie im Konzernbereich Kommunikation seien offenbar auch hier über viele Jahre hinweg schwarze Kassen geschaffen und Auftraggeber bestochen worden. Die Ermittler seien hier auf fragwürdige Zahlungen in Höhe von 300 Millionen Euro gestoßen.
Siemens wollte sich der Zeitung gegenüber nicht näher zu dem Thema äußern, teilte aber mit, die Bestellung von Vorstandsmitgliedern sei Sache des Aufsichtsrats. Der entscheide zu gegebener Zeit darüber. Wie die Zeitung unter Berufung auf Kreise weiter berichtete, kommt das Thema Vorstandsumbau bei der nächsten Sitzung des Kontrollgremiums am Mittwoch vorerst nicht zur Sprache.
Derzeit laufen Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft zu Schmiergeldzahlungen des Siemens-Konzerns an Geschäftspartner und ausländische Behörden im Umfang von mindestens 420 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft arbeitet dabei unter anderem mit der US-Börsenaufsicht SEC und dem US-Justizministerium zusammen.
Mitte des Jahres verließ bereits Vorstandschef Klaus Kleinfeld das Unternehmen, nachdem der Aufsichtsrat gezögerte hatte, seinen Vertrag zu verlängern. Zuvor hatten unter anderen der damalige Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger und Thomas Ganswindt Siemens den Rücken gekehrt. Gegen beide ermittelt die Staatsanwaltschaft.
sam/ddp