Korruptionsverdacht US-Behörden ermitteln gegen Shell
London - Die US-Behörden ermitteln gegen den Ölkonzern Royal Dutch Shell wegen Korruptionsverdachts. Die Börsenaufsicht SEC und das Justizministerium untersuchten den Konzern wegen möglicher Verstöße gegen das US-Gesetz gegen internationale Bestechung (Foreign Corrupt Practises Act), schrieb Shell in seinem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht. Aufgeführt ist dieser Punkt in der Rubrik Risikofaktoren, die die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr belasten könnten.
Shell-Plattform vor Nigeria: Produktion mittelfristig steigern
Foto: REUTERSUntersucht wird nach Angaben einer Sprecherin eine Verwicklung in den Bestechungsfall um den Schweizer Logistikkonzern Panalpina. Daran sei aber nichts neu im Vergleich zu den vergangenen Jahren, hieß es. Damals hatte Shell in seinem Jahresbericht geschrieben, von den US-Behörden "kontaktiert" worden zu sein. Konkretere Angaben machte das Unternehmen nicht.
Im Fall Panalpina geht es um Bestechung im Öl- und Gasgeschäft in Nigeria. Die Schweizer hatten deshalb Ende 2007 ihre Dienstleistungen in dem Land eingestellt, nachdem die US-Behörden Korruptionsuntersuchungen eingeleitet hatten. Die Untersuchungen sollen Panalpina zufolge Ende September 2009 abgeschlossen sein. Rückstellungen für mögliche Bußgelder bildete das Unternehmen bislang nicht.
Shell teilte zudem mit, mittelfristig die Produktion steigern zu wollen. Die Förderung werde im kommenden Jahrzehnt voraussichtlich um zwei bis drei Prozent steigen. Das Unternehmen erwägt darüber hinaus den Verkauf von Raffinerie- und Marketingbereichen in Deutschland und Neuseeland.
Das Unternehmen, das im Januar infolge der gesunkenen Ölpreise einen Gewinnrückgang im Quartal von 28 Prozent bekanntgegeben hatte, will in diesem Jahr insgesamt zehn Milliarden Dollar an Dividenden ausschütten.