Kostensenkung: DaimlerChrysler will 1000 Dollar pro Auto sparen - DER SPIEGEL
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Kostensenkung DaimlerChrysler will 1000 Dollar pro Auto sparen

Ganz 144 Dollar Gewinn erwirtschaftete der Konzern DaimlerChrysler mit den von Chrysler gebauten Autos in Nordamerika im vergangenen Jahr. Diese Marge soll bald kräftig steigen. Das Unternehmen plant, die Kosten für die Wagen deutlich zu senken.
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Hamburg - Das Unternehmen will 1000 Dollar bei jedem von der US-Tochter Chrysler produzierten Auto sparen. Einige Mercedes-Manager arbeiteten zusammen mit Unternehmensberatern und Chrysler-Vertretern an einem Plan, wie dieses Ziel erreicht werden könne, sagte Chrysler-Sprecher Jason Vines heute. Zu dem Team gehöre auch Rainer Schmückle, der bei Mercedes unter anderem die Produktion und den Einkauf leite.

Auch DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche bestätigte in einem Interview mit CNBC den Vorstoß: "Wir arbeiten gerade an einem Plan, Chrysler wieder auf Kurs zu bringen." Die Möglichkeiten hierfür entstünden dabei nicht nur durch den Start von acht neuen Modellen innerhalb der Chrysler-Gruppe in diesem Jahr, sondern auch durch Maßnahmen auf der Kostenseite.

"Wir waren auf einem guten Weg und erwirtschafteten in zwölf Quartalen hintereinander Gewinne, aber der Markt hat sich gedreht, der Wettbewerb ist stark und wir müssen uns deswegen neu orientieren", sagte Vines. Details, wie das Sparziel erreicht werden soll, nannte er nicht. Allerdings sei es leichter, bei großen Autos zu sparen als bei kleineren.

Das "Wall Street Journal" hatte zuvor berichtet, im Zuge der Kostensenkungen solle möglicherweise ein Montagewerk geschlossen werden. Chrysler lehnte einen Kommentar dazu ab. Bei einem solchen Schritt müssten die Gewerkschaften einbezogen werden, sagte Vines. Auch Zetsche legte sich beim Thema Werksschließung nicht fest: "Es ist noch zu früh, um dazu etwas zu sagen. Wie die einzelnen Bestandteile des Plans am Ende aussehen werden, wissen wir jetzt noch nicht."

Wie hoch die Einsparungen ausfallen werden, ließ Chrysler offen. Analysten von Dresdner Kleinwort schätzen, die Kosten pro Jahr sollten um 2,8 Milliarden Dollar reduziert werden. Nach Berechnungen der Beratungsfirma Harbour Felax erwirtschaftete Chrysler im vergangenen Jahr bei jedem in Nordamerika verkauften Auto einen Gewinn von 144 Dollar. Sollte der Konzern tatsächlich die Kosten um 1000 Dollar pro Auto reduzieren, wäre die Gewinnmarge nur noch knapp unter der der japanischen Autokonzerne Toyota und Honda.

Wegen der hohen Benzinkosten greifen die Amerikaner derzeit weniger zu großen Geländewagen und Kleintransportern, sondern geben sparsamen Modellen japanischer Produzenten den Vorrang. Darunter leiden auch die US-Firmen GM und Ford.

bri/Reuters