Krankenversicherung: Kassen stellen höhere Beiträge in Aussicht - DER SPIEGEL
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Krankenversicherung Kassen stellen höhere Beiträge in Aussicht

Die Mahnung von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt an die Krankenkassen, ihre Beiträge zu senken, wird wahrscheinlich ungehört verhallen. Im Gegenteil: Die großen Kassen stellen sogar Erhöhungen in Aussicht. Nur die Techniker will Ausnahme bleiben.
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Düsseldorf/Berlin - Gleich mehrere Kassenverbände erwarten nach einer Umfrage des Düsseldorfer "Handelsblatts", dass große Krankenkassen ihre Beiträge 2006 möglicherweise wieder anheben müssen. Dies gelte für AOK, Barmer Ersatzkasse, DAK und einige große Betriebskrankenkassen, schreibt die Zeitung. Grund sei neben der ohnehin schlechten Finanzlage, dass die Bundesregierung die versprochene Reform des Finanzausgleichs zwischen den Kassen nicht vollzogen habe.

Im Gegensatz zu anderen großen Krankenkassen erwartet die Techniker Krankenkasse (TK) nach Auskunft ihres Vorstandsvorsitzenden Norbert Klusen keine Verteuerung der Beiträge. Ein Unsicherheitsfaktor seien allerdings die Arzneimittelkosten, die im April im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres deutlich stärker gestiegen seien als erwartet sagte Klusen dem "Tagesspiegel".

Die von AOK, Barmer und DAK geforderte Einführung eines krankheitsorientierten Finanzausgleichs zwischen den Kassen lehnt der TK-Chef ab. "Der Finanzausgleich würde nur zu neuen Subventionen für eine Reihe von großen Krankenkassen führen". Er senke aber nicht die Gesamtkosten des Systems, sondern treibe sie in die Höhe.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hatte die Kassen gestern erneut aufgefordert, ihre Beiträge zu senken. Die gesetzliche Krankenversicherung werde auch in diesem Jahr deutliche Überschüsse erwirtschaften, sagte die SPD-Politikerin. "Weitere Beitragssatzsenkungen sind notwendig und möglich und können nicht mit spekulativen Hinweisen auf Finanzrisiken in 2006 oder 2007 unterbleiben", sagte Schmidt in Berlin.