Kreditkrise Banken planen 100-Milliarden-Notfallfonds
Der Fonds solle verhindern, dass in Schieflage geratene Banken ihre durch zweitklassige US-Hypothekenkredite gesicherten Anleihen auf den Markt werfen müssen und die internationalen Finanzmärkte so weiter in Schieflage bringen würden.
Nach den Plänen des US-Finanzministeriums sollen mit den Rückstellungen Not leidende Immobilienkredite und Derivate aufgekauft werden, um bedrohte Hedgefonds vor der Pleite zu bewahren. Der Zeitung und der Nachrichtenagentur Reuters zufolge will die amerikanische Regierung mit dem Rettungsfonds vom Einbruch der US-Immobilienpreise hervorgerufene Krise an den Finanzmärkten unter Kontrolle bringen.
Der Fonds soll ausschließlich mit Einzahlungen internationaler Banken finanziert werden, heißt es in New York und Washington. Die US-Regierung bemühe sich derzeit, auch europäische Großbanken zur Beteiligung an dem Fonds zu bewegen. Eine Unterstützung der US-Regierung mit Steuergeldern lehne das Weiße Haus demnach ab. Unklar sei aber noch, wie die Last unter den Banken aufgeteilt werde. Die Schaffung des Fonds könnte bereits heute verkündet werden, heißt es.
Hintergrund der Krise am US-Immobilienmarkt ist die Vergabe von Krediten an Bankkunden, die sich diese Kredite kaum leisten können. Aufgrund über Jahre steigender Immobilienpreise nahmen viele dieser Menschen weitere Kredite zu Konsumzwecken auf - in der Gewissheit, ihre wachsenden Schulden seien durch den zunehmenden Immobilienwert gedeckt. Steigende Zinsen und zugleich sinkende Immobilienpreise führten dann aber dazu, dass die Kunden die Kredite nicht mehr zurückzahlen konnten.
kaz/dpa-AFX/Reuters