Kreditkrise Börse in Tokio sackt ab
Tokio - Asiens wichtigste Börse verlor im Handelsverlauf über 400 Punkte: Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index brach zwischenzeitlich um 2,5 Prozent auf 15.879 Punkte ein und ging mit minus 275 Punkten oder 1,69 Prozent bei 16.012 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index büßte 1,71 Prozent auf 1.557 Punkte ein. Grund für die deutlichen Kursschwankungen waren negative Vorgaben aus den USA, die den Handel an der Tokioter Börse deutlich belasteten. Der Dow Jones hatte gestern Abend über zwei Prozent nachgegeben und im Minus geschlossen.
Außerdem lösten Sorgen vor einer Rezession in Folge der US-Kredit- und Hypothekenkrise auch in Japan eine Verkaufswelle aus. Der Kursrutsch sei deutlicher als in den USA ausgefallen, da die Anleger in Tokio ihr Geld aus dem Aktienmarkt abzögen und in den Yen investierten, sagte der Aktienstratege Tsuyoshi Nomaguchi von Daiwa Securities . "Das ist ein doppelter Schlag."
Belastet von negativen Vorgaben aus Übersee sind auch die meisten deutschen Aktien mit Kursverlusten in den Handel gestartet. Der Leitindex Dax fiel kurz nach Handelsbeginn um 0,77 Prozent auf 7373 Zähler. Der MDax gab 1,03 Prozent auf 9796 Punkte nach. Der TecDax sank um 1,75 Prozent auf 869 Zähler. Anleger reagierten enttäuscht auf das ausgebliebene Zinssenkungssignal der US-Notenbank.
Im Dax rücken laut Händlern im späteren Verlauf vor allem DaimlerChrysler mit den endgültigen Quartalszahlen in den Fokus. Im frühen Handel verloren die Aktien 1,02 Prozent auf 62,03 Euro. Nach der Trennung von der US-Tochter Chrysler reicht der Autobauer Daimler seine verbleibenden Zahlen für das zweite Quartal nach. Im Fokus steht laut Analysten, was mit dem milliardenschweren Barmittel-Bestand geschehen soll. Presseberichten zufolge wird erwogen, dass Daimler ein Aktienrückkaufprogramm auflegen oder eine Sonderdividende an die Aktionäre ausschütten könnte.
MAN -Papiere verloren 1,85 Prozent auf 98,50 Euro. Der LKW-Hersteller will einem "Handelsblatt"-Bericht zufolge die weitreichende Zusammenarbeit mit dem chinesischen Konkurrenten Weichai Power so schnell wie möglich besiegeln. Ursprünglich sollte eine Rahmen-Vereinbarung zur Kooperation bereits während des laufenden China-Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterzeichnet werden, sei dann aber zunächst an formalen Schwierigkeiten gescheitert. Ein Händler sah den Pressebericht positiv: "Mit dem Joint Venture wird die Marktposition von MAN in China deutlich gestärkt".
sam/Reuters/dpa/dpa-AFX