Kreditkrise: Rettung der IKB wird immer teurer - DER SPIEGEL
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Kreditkrise Rettung der IKB wird immer teurer

Die Sanierung der Mittelstandsbank IKB kommt die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau teurer zu stehen als bislang befürchtet. Fast fünf Milliarden Euro muss das Institut zurücklegen. Eine Mitschuld am IKB-Desaster weist KfW-Chefin Matthäus-Maier zurück.
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Frankfurt am Main - Es wird eine teure Rettungsaktion: Für die Risiken aus faulen Krediten musste die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bislang 4,95 Milliarden Euro zurücklegen. Zudem habe sie den Wert ihrer 38-prozentigen Beteiligung an der Mittelstandsbank um 400 Millionen Euro abschreiben müssen, wie KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier der "Süddeutschen Zeitung" sagte. Außerdem schloss sie weitere Belastungen nicht aus. Die IKB war im Sommer durch Fehlspekulationen mit schlecht gesicherten US-Immobilienkrediten in Existenznöte geraten und konnte nur durch eine Rettungsaktion der gesamten Branche überleben.

IKB-Filiale in Berlin: "Mit dem Wissen von heute hätten wir die Rettungsaktion nicht gemacht"

IKB-Filiale in Berlin: "Mit dem Wissen von heute hätten wir die Rettungsaktion nicht gemacht"

Foto: DPA

Rückblickend bewertete die KfW-Chefin die Milliardenunterstützung für die IKB kritisch. "Mit dem Wissen von heute über die eingetretenen Marktverwerfungen hätten wir die Rettungsaktion nicht gemacht", sagte Matthäus-Maier. Ende Juli habe es aber keine Alternative gegeben, weil innerhalb kürzester Zeit eine Lösung gefunden werden musste. Die IKB-Aktie verlor heute kräftig um weitere sechs Prozent und kostete nur noch 7,50 Euro - nach mehr als 30 Euro zu Jahresbeginn.

Die KfW war im Sommer für Liquiditätslinien bei der IKB-Zweckgesellschaft Rhineland Funding eingesprungen, in der die kriselnden US-Hypothekenpapiere gebündelt sind. Sie trägt als Hauptaktionärin zudem den größten Teil des von der gesamten Kreditwirtschaft geschnürten Rettungspakets von mehr als sechs Milliarden Euro. Die Staatsbank strebt nun einen schnellen Verkauf ihrer Beteiligung an.

Zunächst müsse aber der IKB-Jahresabschluss 2006/07 fertig gestellt und geprüft werden, sagte Matthäus-Maier. Dann sei noch der neue Zwischenbericht erforderlich. Die IKB   hatte die eigentlich für Ende November geplante Vorlage des Halbjahresberichts auf unbestimmte Zeit verschoben und dies mit der aufwendigen Konsolidierung von Rhineland Funding in die eigenen Bücher begründet.

Matthäus-Maier weist Vorwürfe einer Mitschuld der KfW an der IKB-Krise zurück. "Nicht die KfW hat gezockt, sondern die IKB", sagte sie. Auch habe die Staatsbank bei der Aufsicht keine Fehler gemacht. "Ich sehe nicht, dass wir etwas anderes hätten machen können oder müssen." Es habe mehrere Sonderprüfungen gegeben, die auch vom Aufsichtsrat beantragt worden seien. Zudem hätten die Ratingagenturen Bestnoten verteilt, und auch die Wirtschaftsprüfer hätten das IKB-Risikomanagement gelobt.

sam/AFP/Reuters