Kriegsfolgen Finanzexperte warnt vor schrumpfender Wirtschaft
Mainz - "Ein Unsicherheitsfaktor ist der Ölpreis", sagte Peffekoven. Bisher sei man im Jahresdurchschnitt von einem Preis von 25 Dollar pro Barrel ausgegangen. Wenn der Preis aber im Schnitt bei 35 Dollar liege, bedeute dies 0,3 bis 0,4 Prozentpunkte weniger Wachstum. Da bereits jetzt die Institute teilweise nur von 0,4 Prozent Wachstum ausgingen, wäre dann bereits das Null-Wachstum erreicht.
In einer möglichen Abwertung des Dollar sieht Peffekoven zusätzliche Gefahren für die Konjunktur. Die USA hätten bereits ohne den Krieg Defizite in der Leistungsbilanz und im Haushalt. Mit dem zusätzlichen Aufwand des Krieges werde sich das verschärfen. "Der Krieg verursacht enorme Kosten", betonte der Wissenschaftler, der auch Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesfinanzministerium ist. Eine Zehn-Prozent-Abwertung des Dollars führe durch die schlechteren Exportmöglichkeiten in Deutschland zu weiteren 0,2 Prozentpunkten weniger Wachstum.
Peffekoven warnte aber davor, hausgemachte Probleme in Deutschland wie Staatsverschuldung oder Arbeitslosigkeit nun allein auf dem Krieg im Irak zurückzuführen. "Wichtig ist jetzt, die Binnenwirtschaft anzukurbeln." So müssten Steuern und Abgaben gesenkt werden. Von einem Konjunkturprogramm etwa für die Bauwirtschaft sei dagegen nur ein Strohfeuer zu erwarten, sagte Peffekoven.