Krise bei Morgan Stanley: "Mackie Messers" Comeback - DER SPIEGEL
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Krise bei Morgan Stanley "Mackie Messers" Comeback

Die US-Investmentbank Morgan Stanley will möglichst noch in dieser Woche die Suche nach einem neuen Chef abschließen. Als aussichtsreicher Kandidat gilt einer der prominentesten Banker Amerikas: John Mack, wegen seines Führungsstils auch als "Mack the Knife" bekannt.
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New York - Wie die "New York Times" und das "Wall Street Journal" berichten, hat der Aufsichtsrat am Wochenende mit Mack intensiv über eine Rückkehr zur Investmentbank verhandelt.

Mack, 60, hatte die Bank vor vier Jahren verlassen. Damals hatte er einen Machtkampf mit Philip Purcell verloren, der seitdem als alleiniger CEO bei Morgan Stanley fungierte. Purcell hatte nach monatelanger Kritik an seinem Führungsstil und der schwachen Gewinnentwicklung aber jüngst seinen Rücktritt angekündigt. Sein Posten soll demnach spätestens im März 2006 frei werden, vermutlich aber schon vorher.

Sogar Bob Rubin im Gespräch

Als weitere Anwärter auf den CEO-Posten gelten neben Mack Laurence Fink, Chef des New Yorker Fondshauses Blackrock, und Robert Diamond, Leiter des Investment-Bankings bei der britischen Großbank Barclays. Mit beiden habe der Aufsichtsrat ebenfalls schon gesprochen, melden US-Medien. Als Kandidaten werden auch der Leiter der UBS-Investmentbank, John Costas, und der frühere US-Finanzminister Robert Rubin genannt.

Bereits in dieser Woche könnte die Entscheidung fallen, so die US-Blätter unter Bezug auf Aufsichtsratskreise. "Der Auswahlprozess verläuft schneller, als viele erwartet haben", bestätigt der mit der Kandidatensuche beauftragte Aufsichtsrat Charles Knight. Knight hatte noch in der vergangenen Woche eine Rückkehr von Mack kategorisch ausgeschlossen. Mehrere Großaktionäre sollen sich aber laut "Wall Street Journal" für Mack stark gemacht haben.

Streit mit den Schweizern

Mack hatte 27 Jahre für Morgan Stanley gearbeitet. Nach seiner Demission 2001 leitete er - bis vor einem Jahr - die Investmentbank Credit Suisse First Boston. Dort machte er seinem Spitznamen "Mack the Knife" alle Ehere, weil er rund 4500 Stellen abbauen ließ und die Investmentbank so sanierte. Als erster Amerikaner wurde Mack Co-Chef der Schweizer CSFB-Mutter Credit Suisse. Seine Ungeduld und sein aufbrausendes Temperament sollen aber mit Schuld daran gewesen sein, dass sein Vertrag 2004 nicht verlängert wurde. Zudem stieß sein Plan, CSFB mit einer anderen Investmentbank zu fusionieren, auf Widerstand bei der Schweizer Muttergesellschaft.

Mack wird andererseits wegen seiner guten Kontakte zu anderen CEOs der Branche gerühmt und verfügt auch bei Morgan Stanley noch über Freunde. Er gilt als talentierter "Dealmaker" - die Fusion von Morgan Stanley und Dean Witter aus dem Jahr 1997, die den Startschuss für weitere Großmerger in der Finanzbranche gab, hat er maßgeblich mitgestaltet. Damals erklärte sich Mack bereit, die Nummer zwei hinter Philip Purcell zu werden, mit dem er sich rasch verfeindete. Purcells Abgang könnte Mack nun zu einer zweiten Chance verhelfen.

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