Krise in der Flugbranche Powershopping bei Boeing und Co.
New York - Mitglieder der Star Alliance - darunter die Lufthansa, United Airlines und Air Canada - prüfen zurzeit den gemeinsamen Kauf von 100 Flugzeugen mit 70 bis 110 Sitzen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, wollen auch Air France und Alitalia von der Konkurrenz-Allianz SkyTeam zusammen eine nicht genannte Zahl von Regionalflugzeugen von Bombardier oder Embraer erstehen. Durch den gemeinsamen Kauf wollen die Airlines Kosten einsparen.
Bei den Flugzeugherstellern stößt das Vorhaben laut "Wall Street Journal" auf Wohlwollen, da sich die Airlines zuvor auf eine Standardisierung bei der Flugzeugausstattung einigen müssten. Dies wiederum ermögliche eine kostengünstigere Produktion. Airbus und Boeing hätten bereits angekündigt, die Einsparungen, die durch eine gemeinsame Maschinen-Konfiguration möglich sind, an die Airlines weiter zu geben.
Gemeinsamer Kauf, später Austausch
Kompromisse sind nach Angaben der Flugzeughersteller auch in der weiteren Zukunft unerlässlich, um die Kosten möglichst gering zu halten. Weiterer Vorteil: Wegen der breiteren Einsatzmöglichkeiten können standardisierte Flugzeuge leichter und damit teurer wieder verkauft werden. Bis es aber so weit ist, müssen noch einige Hindernisse überwunden werden. Bisher haben die jeweiligen Marketing-Abteilungen der Airlines stets darauf gesetzt, ihre Marke zu entwickeln und die Passagierräume entsprechend auszustatten. Die Wartungs- und Ladearbeiten des Bodenpersonals sind bei jeder Gesellschaft unterschiedlich organisiert.
Dass sich die Kooperationsbestrebungen der Fluggesellschaften auf kleinere Flugzeuge konzentrieren, liege vor allem daran, dass diese Maschinen ohnehin bereits stark vereinheitlicht seien, heißt es weiter. Beispielsweise würden die betroffenen Flugzeuge nur mit je einem Turbinen-Typ angeboten.
Nicht nur durch den gemeinsamen Einkauf können die Airlines nach der Vorstellung von Experten in Zukunft sparen: Bei saisonalen Schwankungen der Passagierzahlen sollen die Fluggesellschaften ihre Flieger je nach Bedarf einfach untereinander weitergeben können.