Kriselnde Autoindustrie Audi stoppt Kurzarbeit
München - Aufwärtstrend bei Audi: Der Autobauer will seine Produktion ab August wieder auf ein normales Niveau hochfahren. "Die Lagersituation sowie Angebot und Nachfrage haben sich rasch wieder eingependelt", sagte Finanzchef Axel Strotbek der "Börsen-Zeitung". "Bei den Volumenmodellen sind wir gar nicht mehr von Kurzarbeit betroffen, beim A6 und A8 wird am Standort Neckarsulm noch bis Ende Juli an einigen Tagen kurzgearbeitet." Zusätzlicher Handlungsbedarf bestehe nicht, betonte er. Durch neue Modelle werde die Auslastung weiter verbessert.
Im ersten Halbjahr hatte die Volkswagen -Tochter ein Zehntel weniger Fahrzeuge verkauft und sich damit im Vergleich zum Wettbewerb gut geschlagen. "Das ist genau das, was wir nach heutigem Stand für das Gesamtjahr prognostizieren", sagte Strotbek. "Wenn ich heute in unsere Auftragsbücher schaue, bin ich zuversichtlich." Die Talsohle werde dieses Jahr erreicht, 2010 rechne er mit einer Erholung. Bereits vor zwei Wochen hatte Audi-Chef Rupert Stadler einen "Silberstreif am Horizont" ausgemacht.
Dieselbe Prognose gab auch BMW -Vertriebschef Ian Roberton ab. In einem Interview mit der "Financial Times" vergangene Woche setzte er hoffnungsvolle Zeichen für ein Ende der Krise. Robertson sagte, es gebe ermutigende Signale auf den Märkten.
Deshalb kündigte BMW an - wie jetzt auch Audi - die Produktion in seinen deutschen Werken wieder hochzufahren. Im größten Werk in Dingolfing in Niederbayern mit rund 19.000 Beschäftigten soll die Kurzarbeit in den Monaten September und Oktober ausgesetzt werden. Durch die Einführung des neuen 5er-Modells Gran Turismo wird dort in der Anlaufphase mehr Personal benötigt.
Auch in Leipzig wird die Produktion durch die Einführung des neuen Geländewagens X1 erhöht. Im Februar waren in den deutschen BMW-Werken wegen des Absatzrückgangs noch rund 25.000 Menschen in Kurzarbeit, inzwischen sind es noch 12.000, der Großteil davon in Dingolfing. BMW schließt allerdings nicht aus, dass die Kurzarbeit nach dem Herbst dort wieder ausgeweitet werden muss.