Krisen-Konzern Zwei Vorstände verlassen TUI
Düsseldorf - Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, sollen Sebastian Ebel und Eric Debry wegen der operativen Probleme des Konzerns aus dem Tui-Vorstand ausscheiden. Ebel ist zuständig für Touristik und Controlling, Debry für das Touristikgeschäft in Westeuropa. Ein Unternehmenssprecher wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.
Nach Angaben der Zeitung will der Aufsichtsrat von Europas größtem Reisekonzern in der kommenden Woche in Salzburg über das veränderte Personal-Tableau entscheiden. Darüber hinaus stehe die mögliche Verschmelzung der beiden deutschen TUI-Fluggesellschaften Hapagfly und HLX auf der Agenda des Kontrollgremiums.
Der Abgang der beiden Topmanager werde in der Branche als Indiz für die angespannte Lage bei TUI gewertet, schreibt das Blatt weiter. Denn bei dem Touristikkonzern läuft es alles andere als rund. Vorstandschef Michael Frenzel musste zuletzt nicht nur rückläufige Umsätze in der Touristik melden, sondern auch einen Ergebniseinbruch in der bisher ertragreichen Container-Schifffahrt. Daraufhin senkte das Unternehmen sein Gewinnziel für das Gesamtjahr, und erklärte, das operative Ergebnis (Ebita) werde sogar hinter dem Vorjahresergebnis zurückbleiben.
Besserung scheint auch längerfristig nicht in Sicht, denn der TUI-Reederei Hapag-Lloyd stehen offenbar neue Probleme ins Haus. Der EU-Ministerrat wolle Reedereien im Herbst die Erlaubnis entziehen, innerhalb einer Schifffahrts-Allianz Preise und Kapazitäten abzusprechen, heißt es in dem Bericht weiter.
Ein mit dem Fall vertrauter EU-Beamter sagte dem Handelsblatt, solche Absprachen schränkten die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Frachtschifffahrt erheblich ein. "Der Preiswettbewerb unter den Reedern wird sich deutlich verschärfen. Dies kommt vor allem den Kunden zugute", wird ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums zitiert.
ase/dpa-AFX/ddp