Krisenmanagement: Airbus wirft 1000 Zeitarbeiter raus - DER SPIEGEL
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Krisenmanagement Airbus wirft 1000 Zeitarbeiter raus

Die Betriebsvereinbarung "SiduFlex" schützt die Stammbelegschaft von Airbus im Notfall - für 1000 Zeitarbeiter bedeutet sie jetzt allerdings das Aus. Denn die Krisen-Instrumente des Programms werden ab sofort umgesetzt, teilte der Flugzeugbauer mit.
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Hamburg - "Sicherheit durch Flexibilität", kurz "SiduFlex" - so heißt die 2003 getroffenen Betriebsvereinbarung bei Airbus. Sie kommt jetzt erstmals voll zum Tragen. Verträge von 1000 der 7300 derzeit beschäftigten Zeitarbeiter werden nicht verlängert. Künftig werde außerdem Mehrarbeit nicht mehr ausbezahlt, sondern auf Arbeitszeitkonten eingezahlt, teilte die EADS  -Tochter mit. Ausgelagerte Arbeiten würden möglichst wieder in die Standorte integriert, weitere Fremdvergaben von Aufträgen verschoben. Airbus prüfe außerdem die Möglichkeit, Mitarbeiter zwischen den Standorten zeitweise auszuleihen oder ganz auszutauschen.

Geschäftsführung, Tarifvertragsparteien und der Konzernbetriebsrat vereinbarten den SiduFlex-Vertrag vor drei Jahren. So sollten betriebsbedingte Kündigungen auch im Krisenfall verhindert werden. Dieser Krisenfall ist nun eingetreten, nach der erneuten Lieferverzögerung beim A380.

In den vergangenen Tagen war immer wieder berichtet worden, dass SiduFlex jetzt zum Tragen komme und Airbus plane, Tausende Zeitarbeiter zu entlassen.

Unterdessen geht der Kampf um die Zukunft der deutschen Airbus-Werke weiter. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat jetzt im Hinblick auf eine mögliche deutsche Staatsbeteiligung bei EADS eine Mischlösung gemeinsam mit privaten Investoren ins Gespräch gebracht. In der N24-Sendung "Was erlauben Strunz" sagte er aber, der Staat solle beim Mutterkonzern des in die Krise geratenen Flugzeugherstellers Airbus "keine direkten Entscheidungen wahrnehmen".

Eine Staatsbeteiligung Deutschlands könne nur "der letzte Ausweg" sein, falls sich keine privaten Investoren finden, sagte der CSU-Politiker. Es gebe derzeit "den Versuch, ein Konsortium zu bilden, das dann zur Verfügung steht", falls DaimlerChrysler   einen Teil seines Anteils rasch verkaufen sollte. "Wir bemühen uns, hinter den Kulissen etwas auf die Beine zu stellen, was nicht staatliche Beteiligung ist."

Presse: Eurocopter-Chef wird Airbus-Geschäftsführer

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat unterdessen EADS-Co-Chef Thomas Enders und Airbus-Deutschlandchef Gerhard Puttfarcken bei einem Treffen in Hannover aufgefordert, die norddeutschen Airbus-Standorte nicht zu benachteiligen. Sparprogramme müssten ausgewogen auf die Produktionsstandorte verteilt werden, forderte er: "Die erhebliche Aufbauleistung der Beschäftigten bei Airbus muss gewürdigt werden." Enders betonte, Einzelheiten der Restrukturierung stünden noch nicht fest, das Programm werde in den kommenden Monaten ausgearbeitet.

Die Pariser Finanzzeitung "La Tribune" spekuliert unterdessen darüber, wer an der Seite von EADS-Co-Chef Louis Gallois künftig als Geschäftsführer Airbus leiten könnte. Nach Informationen der Zeitung ist der Chef der EADS-Sparte Eurocopter, Fabrice Brégier, der einzige Kandidat für den Posten. Der Leiter der Lenkwaffensparte MBDA, Marwan Lahoud, sei wegen der Verwicklung seines Bruders Imad in eine politisch-wirtschaftliche Verleumdungsaffäre (Clearstream-Affäre) aus dem Rennen, berichtet das Blatt.

Brégier war bereits als Nachfolger der beiden früheren Airbus-Chefs, Noël Forgeard und Gustav Humbert, im Gespräch. Allerdings stand seinem Aufstieg zu Airbus bisher der Wunsch der Franzosen entgegen, die Führung des Hubschrauberherstellers Eurocopter nicht an die deutsche Seite abgeben zu müssen. Nun sollen dem Bericht zufolge beide Managerposten diese oder kommende Woche gleichzeitig neu besetzt werden.

ase/AP/dpa/Reuters

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