Krisenprofiteur: Ölmulti Exxon wieder Umsatz-Weltmeister - DER SPIEGEL
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Krisenprofiteur Ölmulti Exxon wieder Umsatz-Weltmeister

Historisch hohe Ölpreise haben ExxonMobil zum besten Jahr der Konzergeschichte verholfen: Der Energiemulti hat 2004 sagenhafte 25 Milliarden Dollar Profit eingefahren und einen Umsatz von fast 300 Milliarden erreicht. Damit haben die Texaner sogar Wal-Mart überrundet, den zuletzt umsatzstärksten Konzern der Welt.
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Irving - Die Ölpreise hatten 2004 zeitweise ein Rekordniveau von über 50 Dollar je Barrel erreicht. Ein Grund dafür waren die enorme Nachfrage aus China, Indien und anderen asiatischen Ländern, hinzu kam der steigende Energiebedarf der USA. Exxon hat dank dieser Preissteigerungen Rekordergebnisse in allen Sparten vorlegen können: Die Gewinne in der Ölförderung stiegen ebenso wie die im Raffinerie- und Tankstellengeschäft.

Insgesamt verdiente Exxon Mobil im vergangenen Jahr 3,8 Milliarden Dollar mehr als noch 2003. Wenn man berücksichtigt, dass Exxon 2003 durch einmalige Verkäufe Sondergewinne erzielte, sieht die Steigerung sogar noch imposanter aus: Bereinigt um solche Einmalfaktoren ist der Gewinn 2004 im Vorjahresvergleich sogar um rund 8,9 Milliarden Dollar in die Höhe geschossen.

Beim Umsatz kam Exxon auf 298 Milliarden Dollar - das waren rund 51 Milliarden oder 20,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit ist der Umsatz des globalen Branchenführers größer als das Bruttoinlandsprodukt der meisten Drittweltstaaten und einiger kleinerer Industrieländer wie Taiwan oder Norwegen. Zugleich dürfte Exxon den bisherigen Umsatz-Weltmeister Wal-Mart deklassiert haben. Der Einzelhändler hat seine Ergebnisse zwar noch nicht vorgelegt - er war aber zuletzt auf Umsätze von rund 70 Milliarden Dollar pro Quartal gekommen.

Förderung stagniert, Investitionen gesunken

Exxon hingegen setzte im Schlussquartal 83,4 Milliarden Dollar um - knapp 27 Prozent mehr als in der entsprechenden Vorjahreszeit. Auch der Gewinn im Schlussquartal war mit 8,4 Milliarden Dollar so hoch wie nie. Trotz der Riesengewinne hat ExxonMobil im vergangenen Jahr mit 14,9 Milliarden Dollar rund 0,6 Milliarden Euro weniger in die Exploration gesteckt als im Vorjahr. Das Unternehmen kaufte aber 218 Millionen eigene Aktien im Wert von rund zehn Milliarden Dollar zurück.

Die Exxon-Ölproduktion stieg gegenüber 2003 um zwei Prozent. Wachstumsregionen waren vor allem Westafrika und Norwegen, auf älteren Feldern in anderen Erdteilen ging die Produktion zurück. Die Erdgasproduktion war leicht rückläufig.

Der Ölpreis an den Weltmärkten ist mittlerweile wieder deutlich unter seine Rekordstände zurückgefallen. Im Computerhandel an der New Yorker Rohstoffbörse sank der Preis pro Barrel Rohöl (159 Liter) heute um 62 US-Cents auf 46,56 Dollar. Der weitgehend erfolgreiche Verlauf der Wahl im Irak trug nach Angaben von Händlern zu der Preisentspannung bei. Noch am Donnerstag hatte der Preis mit 49,65 Dollar ein Drei-Monats-Hoch erreicht. Auch die Entscheidung der Erdöl-Organisation Opec, ihre Förderquote von 27 Millionen Barrel pro Tag unverändert beizubehalten, trug zu der Entspannung bei.

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