Krisenquartal: BMW verabschiedet sich von Absatzzielen - DER SPIEGEL
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Krisenquartal BMW verabschiedet sich von Absatzzielen

Auf den miesen September folgte der schwarze Oktober: Die Autobauer verkaufen immer weniger Fahrzeuge. Jetzt erklärt BMW die erst kürzlich gesenkten Ziele für unerreichbar.
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München - Nicht allein der Absatzeinbruch macht BMW zu schaffen. Hinzu kommen höhere Rücklagen für gesunkene Restwerte von Leasingfahrzeugen, gestiegene Rohstoffkosten und der schwache Dollarkurs - kein Wunder also, dass der Gewinn im dritten Quartal unter dem Strich um fast zwei Drittel auf 298 Millionen Euro zurückging.

BMW-Werk in Leipzig: Ergebnis unter den Erwartungen der Analysten

BMW-Werk in Leipzig: Ergebnis unter den Erwartungen der Analysten

Foto: DDP

Von Juli bis August hatte BMW 4,2 Prozent weniger Mini und Rolls Royce verkauft als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Entsprechend schrumpfte der Umsatz auf 12,59 Milliarden Euro - ein Minus von 8,6 Prozent und noch weniger als von Analysten erwartet.

In den USA, wo die Münchner mehr Autos verkaufen als auf dem Heimatmarkt, hat sich der Preisverfall bei Gebrauchtwagen im Zuge von Konjunkturschwäche und Kreditklemme weiter verschärft.

Wegen der sinkenden Erlöse für Fahrzeuge, die aus Leasingverträgen zurückkommen, musste BMW die Risikovorsorge für faule Kredite und Zahlungsverzögerungen um 342 Millionen Euro aufstocken. Im ersten Halbjahr hatten die Münchener bereits 695 Millionen Euro zurücklegen müssen.

Rückstellungen sind auch für den Abbau von 8100 Stellen notwendig. Da viele Mitarbeiter offenbar nur mit einer hohen Abfindung zu überzeugen sind, ihren bayerischen Arbeitgeber zu verlassen, stiegen die Kosten in den ersten neun Monaten auf 258 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr hatten sie noch rund 67 Millionen Euro betragen.

Wegen der massiven Einbrüche war der bayerische Autokonzern bereits Anfang August von seinen ursprünglichen Zielen abgerückt.

Doch auch die im laufenden Jahr angepeilte Umsatzrendite vor Steuern von mindestens vier Prozent sei nun nicht mehr zu halten, erklärte BMW. 2007 hatte die Marge noch bei 6,9 Prozent gelegen. Auch rechnet der Konzern nicht mehr damit, im laufenden Jahr mit mehr als 1,5 Millionen Fahrzeugen mehr Wagen verkaufen zu können als 2007.

mik/Reuters/Dow Jones/AFP