Krisenstimmung Ford kürzt Produktion
Detroit - Der weltweit zweitgrößte Autohersteller hat eine Gewinnwarnung für das laufende Quartal ausgegeben und angekündigt, seine Produktion deutlich zu senken. Das Ergebnis je Aktie werde im vierten Quartal voraussichtlich um zehn Cents unter den erwarteten 74 Cents liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Zudem sollten im ersten Quartal 2001 nur noch 1,05 Millionen Fahrzeuge gebaut werden, 107.000 weniger als zuletzt genannt.
Zuvor hatten bereits die Nummer eins und die Nummer drei der Branche, General Motors und DaimlerChrysler, ihre Produktionsplanungen gesenkt.
Zur Begründung verwies Ford auf eine geringere Nachfrage der Kunden und das sich abschwächende Wachstum der US-Wirtschaft. "Es ist offensichtlich, dass sich das Wachstum der US-Wirtschaft verlangsamt, und Umfragen zur Verbraucherstimmung deuten auf geringere Ausgaben in der Zukunft hin", erklärte der Ford-Vizepräsident Nordamerika, Martin Inglis.
Ford hatte bereits Anfang Dezember mitgeteilt, im ersten Quartal 2001 die Produktion in Nordamerika um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu reduzieren. Die jetzt angekündigte Senkung entspricht sogar 17 Prozent.
GM und DaimlerChrysler: Werkschließungen im Januar
General Motors hatte am Donnerstag angekündigt, Anfang Januar in sechs nordamerikanischen Werken die Arbeit ruhen zu lassen. Damit werde die traditionelle Werkschließung von GM in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr verlängert, hatte es geheißen. Ziel sei eine Senkung der Produktion wegen der Abschwächung des US-Automarktes, sagte ein GM-Sprecher. Bereits Anfang Dezember hatte GM mitgeteilt, im ersten Quartal 2001 die Produktion in Nordamerika im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14,5 Prozent zu senken.
Auch DaimlerChrysler hat bereits Werkstilllegungen angekündigt. Der Konzern hatte Mitte Dezember mitgeteilt, in der ersten Januar-Woche mehrere US-Werke vorübergehend zu schließen. Ziel der Maßnahme sei die Verringerung der Lagerbestände, hatte es geheißen.
Analysten sagten, die von den Autoherstellern angekündigten Produktionskürzungen seien sinnvoll, da sie ansonsten großzügige Rabatte bieten müssten. Diese wiederum würden dann die Gewinne drücken.
Die Ankündigungen seien keine Überraschung gewesen, hieß es. Unter Berücksichtigung der erwarteten Absatzentwicklung seien sogar noch stärkere Produktionskürzungen im ersten Quartal zu erwarten. Ein Autoanalyst sagte für Dezember einen Rückgang des US-Autoabsatzes um etwa zehn Prozent voraus.
An der Wall Street hatten Ford-Aktien am Donnerstag vor Bekanntgabe der Planungsänderungen 9,3 Prozent und GM um 2,8 Prozent zugelegt, während DaimlerChrysler um gut ein Prozent gefallen waren. Die Titel aller drei Unternehmen lagen damit weiter in der Nähe ihrer Jahrestiefs.