Kursfeuerwerk Die Börse schaltet den Turbo ein
Frankfurt am Main/New York - Der Dow Jones schoss bereits in den ersten Handelsminuten mehr als 200 Punkte nach oben und lag bei 8113 Zählern. Das entspricht einem Plus von drei Prozent. Der technologielastige Nasdaq Composite legte fast vier Prozent auf 1265 Punkte zu.
Die deutschen Aktien setzten am Dienstagvormittag ihren Erholungskurs fort. Angeführt von deutlichen Aufschlägen bei den Finanzwerten präsentierte sich der Dax sehr fest und stieg bis 15.30 Uhr um sechs Prozent auf 3001 Punkte. Händler führen dies auf die guten Vorgaben der US-Börsen und der asiatischen Märkte sowie auf positive Quartalszahlen des niederländischen Philips-Konzerns zurück. Davon profitieren die Technologiewerte.
Finanztitel trotz Herunterstufungen fest
Die deutschen Finanzwerte stemmen sich gegen eine Reihen von Herunterstufungen durch Investmentbanken und weisen deutliche Gewinne aus. Commerzbank springen um 8,8 Prozent auf 7,54 Euro, HypoVereinsbank um 8,7 Prozent auf 15,67 Euro und Deutsche Bank um 7,3 Prozent auf 44,86 Euro.
Allianz und Münchener Rück legen ebenfalls über acht Prozent zu. "Die Anleger wollen ihre Cashbestände einfach investieren. Das können auch die zahlreiche Herunterstufungen nicht verhindern", sagt ein Händler. Unter anderem hatte die schweizerische Investmentbank UBS den europäischen Bankensektor heruntergestuft.
Die Verluste in den vergangenen Wochen seien wohl einfach zu stark gewesen, meint ein weiterer Marktteilnehmer. Jetzt witterten Investoren ihre Chance auf eine Herbst- und Winterrallye und kauften daher die Titel, die am stärksten verloren hätten. "Solange die anstehende Berichtssaison zum dritten Quartal keine extrem negativen Überraschungen bringt, dürften die Märkte in den kommenden Wochen weiter nach oben laufen", meint auch ein Analyst. Dabei könne der Dax durchaus in Richtung 3200/3400 Punkte anziehen. Spätestens dann sei aber mit nachhaltigeren Gewinnmitnahmen zu rechnen.
Einen weiteren positiven Impuls setzte der belgische Zentralbankckef Guy Quaden, der auch Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB)ist. Er sagte der belgischen Tageszeitung "Le Soir": "Wenn es so aussähe, dass eine Senkung der EZB-Zinsen bei der Reduzierung des vorhandenen Pessimismus helfen könnte, dann würde ich sie nicht ausschließen."
Techwerte klettern kräftig
Infineon verteuern sich um 9,6 Prozent auf 7,43 Euro. Hier verbesserten vor allem die teilweise deutlichen Gewinne der Aktien der asiatischen Halbleiterhersteller die Stimmung, sagt ein Händler. Die guten Philips-Zahlen stützen dagegen die Siemens-Aktie , die um 6,4 Prozent auf 39,23 Euro zulegt. Epcos klettern um 9,8 Prozent auf 7,86 Euro, und SAP verbessern sich um 7,3 Prozent auf 59,30 Euro.
Die PKW-Zulassungszahlen im Westeuropa haben sich im September um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat leicht erholt, was die Automobilwerte stützt. Daneben dürfte der Geschäftsbericht von General Motors um 14.00 Uhr MESZ den Kursverlauf der deutschen Auto-Aktien beeinflussen.
Der mögliche Streik bei DaimlerChrysler in Kanada habe dagegen keine Auswirkungen, sagen Händler. Der Einfluss auf das operative Geschäft durch einen Ausstand in dem kanadischen Werk sei begrenzt. Das "Wall Street Journal" berichtet, dass die Wahrscheinlichkeit eines Streiks im kanadischen Werk von DaimlerChrysler höher geworden ist. DaimlerChrysler gewinnen 3,6 Prozent auf 34,65 Euro, BMW 4,6 Prozent auf 34,35 Euro und Volkswagen 2,6 Prozent auf 38,20 Euro.
Wall Street geht etwas fester aus dem Handel
Etwas fester sind die Aktienkurse am Montag an der Wall Street aus dem Handel gegangen. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte gewann 0,4 Prozent auf 7877. Der Nasdaq-Composite-Index stieg um 0,8 Prozent auf 1221 Zähler. Die Anleger hätten sich vermutlich wegen der bevorstehenden Berichtssaison abwartend verhalten, erklärten Händler das ruhige Marktgeschehen.
Tokio schließt sehr fest
Mit einem sehr kräftigen Plus schloss am Dienstag die Börse in Tokio. Der Nikkei-225-Index legte um 3,6 Prozent auf 8837 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix gewann 3,3 Prozent hinzu auf 877 Zähler. Umgesetzt wurden vorläufigen Angaben zufolge 651,95 (Freitag: 776,54) Millionen Aktien.