Kursrutsch Dax fällt unter 7900 Punkte
Frankfurt am Main - Schlechte Quartalszahlen beim Chiphersteller Intel , die schwelende Krise am US-Hypothekenmarkt, und dann auch noch warnende Äußerungen von US-Notenbankchef Ben Bernanke: Gründe gab es für die Anleger heute genug, Aktien zu verkaufen. Der Dax fiel um 1,8 Prozent auf 7893,6 Zähler, wobei keiner der 30 Standardwerte Kursgewinne verbuchen konnte.
Der Leitindex ist damit wieder mehr als 250 Punkte von seinem erst am Freitag markierten Rekordhoch bei 8151 Stellen entfernt. "Das Thema US-Immobilienkrise ist wieder in aller Munde. Zwei angeschlagene Fonds, die von den Problemen mit zweitklassigen Hypotheken kalt erwischt wurden, sind nahezu wertlos. Diese Nachricht verunsichert die Anleger", sagte ein Börsianer.
Auch der weiter hohe Ölpreis und die ungebrochene Stärke des Euro seien Belastungsfaktoren, hieß es in den Handelsräumen. Zur Beunruhigung der Anleger trug auch Fed-Chef Ben Bernanke bei. Er warnte vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses vor negativen Folgen der Abkühlung am US-Immobilienmarkt. Diese könnten das für das zweite Halbjahr erwartete moderate US-Wirtschaftswachstum gefährden. Zudem äußerte Bernanke die Sorge, dass sich die Inflation nicht wie erwartet abschwäche.
Auf der Unternehmensseite sorgte Intel für Verstimmung bei den Investoren. Der weltgrößte Chipkonzern hatte wegen des anhaltenden Preiskampfes seine angepeilte Gewinnmarge verfehlt. Daraufhin verloren auch die Papiere des Münchener Chipherstellers Infineon 2,1 Prozent an Wert.
Ganz oben auf der Verliererliste stand der Autobauer DaimlerChrysler mit einem Kursrückgang von 3,1 Prozent. Auch die Papiere von Konkurrent BMW gerieten unter Druck und fielen um zwei Prozent. "Offenbar glauben viele Investoren nun doch, dass der starke Euro Spuren in den Bilanzen hinterlassen könnte", sagte ein Händler. Aktien von Firmen, die wie die Autobauer sehr stark vom Export abhängen, leiden in der Regel besonders unter einer Aufwertung des Euro.
wal/Reuters