Kursrutsch: Postbank-Aktien im Ausverkauf - DER SPIEGEL
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Kursrutsch Postbank-Aktien im Ausverkauf

Die Postbank-Aktie stürzt ab. In den vergangenen zwei Tagen verlor das Papier mehr als ein Drittel seines Wertes. Grund für das Kursdesaster: Investoren strafen den neu ausgehandelten Vertrag zwischen Deutscher Bank und der Post über den Kauf der Postbank ab.
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Frankfurt am Main - Auch am heutigen Donnerstag haben die Aktien der Postbank   ihre Talfahrt fortgesetzt. Die Titel stürzten um weitere 17 Prozent ab, nachdem sie bereits am Vortag um 17,4 Prozent eingebrochen waren. Eine Aktie kostete zeitweise lediglich noch 9,39 Euro.

Postbank-Finanzcenter: Die Phantasie ist verflogen

Postbank-Finanzcenter: Die Phantasie ist verflogen

Foto: DDP

"Es gibt die Befürchtung im Markt, dass sich die Deutsche Bank von Teilen der Postbank trennen könnte, falls sie Geld braucht", erklärte ein Händler den Ausverkauf. Zum anderen hatten sich Spekulationen auf ein Pflichtangebot durch die nachverhandelten Übernahmebedingungen zerschlagen.

Bereits am Vortag hatten die neuen Bedingungen der Übernahme die Aktie auf Talfahrt geschickt. Da die Deutsche Bank erst durch den Umtausch einer Anleihe nach Ablauf von drei Jahren die Schwelle von 30 Prozent an der Postbank überschreiten wird, verpuffte Händlern zufolge die vorangegangene Phantasie auf ein mögliches Pflichtangebot an die freien Aktionäre. Nun kappten die ersten Analysten ihre Einschätzungen und Kursziele.

Zu dem Kurssturz beigetragen hatten auch die Studien mehrere Investmentberater. Allen voran stufte JP Morgan die Titel von "Neutral" auf "Underperform" ab und kürzte das Kursziel von 16,50 auf 6,00 Euro.

Die neu ausgehandelte Transaktion sei negativ für die Postbank-Aktionäre, da der erste Anteilskauf geringer ausfalle, der Zeitraum für die zweite Tranche verlängert wurde und eine weitere Kapitalerhöhung der Postbank nicht ausgeschlossen werde, schrieben die Analysten. Zudem sei die Postbank auf Basis des Nettovermögenswertes 2009 im Verhältnis zum Kurs eine der teuersten Banken in Europa und weise gleichzeitig die niedrigste Kernkapitalquote auf.

Die WestLB setzte sowohl ihre bisherige Bewertung "Add" als auch das Kursziel von 22 Euro zunächst aus. Die Unsicherheit über die Höhe und den Zeitpunkt eines möglichen Übernahmeangebots bleibe bestehen, hieß es.

Es sei nicht klar, ob die Deutsche Bank   überhaupt ein Angebot für die freien Aktionäre vorlegen wird. Die Deutsche Bank könne vor der Umwandlung der zweiten Tranche ihren ersten Anteil bereits wieder am Markt verkaufen und würde dann weiterhin weniger als 30 Prozent der Anteile halten. Der aktuelle Bewertungsabschlag zur Konkurrenz mit Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis sei angemessen.

mik/Reuters/dpa-AFX