Kursrutsch: Starke Verluste an den US-Börsen - DER SPIEGEL
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Kursrutsch Starke Verluste an den US-Börsen

Steigender Ölpreis, der Dollar im Rekordtief, Sorgen wegen der Kreditkrise - und Angst vor einem Abschwung: Die US-Börsen sind deutlich abgesackt. Die Verluste betreffen fast alle Branchen.
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Die Kreditkrise, der hohe Ölpreis, ein Rekordtief des Dollars und ein Rekordverlust bei General Motors - die US-Börsen haben am Mittwoch mit starken Verlusten geschlossen. Der Dow-Jones-Index   der Standardwerte schloss 2,6 Prozent niedriger bei 13.300 Punkten. Alle 30 Dow-Jones-Werte verloren. Der breiter gefasste S&P 500   fiel um 2,9 Prozent auf 1476 Zähler, der Technologie-Index Nasdaq Composite   um 2,7 Prozent auf 2749 Stellen.

Der schwache Dollar und der Ölpreis belasteten auch die deutschen Aktienmärkte. Der Dax   schloss 0,35 Prozent schwächer mit 7799 Punkten.

"Es gibt drei Sorgen. Erstens die Energiepreise, die außer Kontrolle zu sein scheinen", sagte Cummins Catherwood von Rutherford, Brown & Catherwood. Zweitens treibe die Anleger die Frage um, wie viele Risiken im Zusammenhang mit der US-Hypothekenkrise Unternehmen der Finanzbranche im Portfolio haben. Drittens gebe es Ängste vor hohen Inflationsraten, weil die Rohstoffkosten steigen.

Den Trend gaben General-Motors  -Aktien vor - sie stürzten im Wert um 6,1 Prozent auf 33,95 Dollar. Der Autobauer hatte vor Handelsbeginn einen Rekordverlust von 39 Milliarden Dollar im dritten Quartal gemeldet. Grund sind milliardenschwere Sonderaufwendungen. Auch der Mischkonzern 3M gehörte zu den Verlierern, weil er unter schrumpfenden Konsumausgaben infolge des hohen Ölpreises leiden könnte. Der Aktienkurs sank um 2,6 Prozent auf 83,27 Dollar.

Die Schwäche der US-Währung trieb die Ölnotierungen weiter nach oben. Ein Fass der richtungweisenden US-Sorte WTI verteuerte sich um bis zu zwei Prozent auf 98,62 Dollar, kostete später aber mit 95,85 Dollar 0,9 Prozent weniger als zuvor. Da der Rohstoff in Dollar abgerechnet wird, steigt bei einem fallenden Kurs der Währung die Nachfrage außerhalb der USA.

Der Euro   erreichte den Tag über den neuen Rekordstand von mehr als 1,47 Dollar. Seit Wochenbeginn hat sich der Verfall des Dollars damit spürbar beschleunigt. Am Abend notierte der Euro etwas unter der Höchstmarke bei 1,4637 Dollar - nach 1,4554 Dollar am Vortag.

Aktien der Finanzbranche verloren wegen Sorgen über die Folgen der Hypothekenkrise. Die größte US-Sparkasse Washington Mutual hatte gewanrt, die Probleme am Immobilienmarkt in den USA würden auch 2008 anhalten, die Kreditausfälle zunehmen und die Hypothekenvergabe auf ein Acht-Jahres-Tief fallen.

Der Kurs der Investmentbank Morgan Stanley   sank um 6,1 Prozent auf 51,19 Dollar. Die zwei größten US-Ankäufer von Hypothekenkrediten, Fannie Mae (minus 10 Prozent) und Freddie Mac   (minus 9 Prozent) stürzten regelrecht ab - auf die niedrigsten Werte seit Jahren. Der schlechteste Titel im Dow-Jones-Index war der weltgrößte Versicherer AIG  , der am Abend Zahlen vorlegte: Seine Aktien fielen um 6,69 Prozent auf 57,90 Dollar.

Die Breite der Verluste über alle Branchen hinweg verstärkte am Markt die Befürchtung, dass die Kreditkrise immer weitere Kreise zieht. "Das ist ein Abbröckeln auf breiter Front", sagte ein Marktteilnehmer. "Für mich riecht es nach Rezession."

plö/Reuters/dpa