Kursrutsch Telekom will weniger Aktien ausgeben
Frankfurt am Main - Der Ausgabekurs für die neue T-Aktie werde "auf Basis der im Rahmen des Bookbuilding-Verfahrens eingehenden Orders festgelegt und wird sich am Börsenkurs orientieren", teilten die KfW und das Bundesfinanzministerium mit. Wie bereits bei den ersten beiden Platzierungen der Telekompapiere sollen Privatanlegern auch dieses Mal einige kleine Vergünstigungen eingeräumt werden. Europäische Kleininvestoren erhalten den Angaben zufolge einen Bonus von bis zu fünf Prozent bezogen auf den Kassakurs der T-Aktie vom 29. Mai 2000. Zusätzlich sollen diejenigen Privatanleger, die ihre Aktien bis zum 31. Dezember 2001 halten, Treueaktien im Verhältnis 1:10 erhalten.
Die Zeichnungsfrist soll vom 31. Mai bis 16. Juni laufen. Als Tag der Erstnotierung ist der 19. Juni vorgesehen.
Beim dritten Börsengang der Telekom werde lediglich ein Drittel der zum Verkauf stehenden T-Aktien an den Markt gebracht, hieß es. Trotzdem könne Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) mit rund elf Millionen Euro für die Staatskasse rechnen.
Um den Kurs der T-Aktie nicht weiter zu belasten, hätten sich Telekom-Chef Ron Sommer und der Finanzminister darauf geeinigt, nur einen kleinen Teil des rund 37 Milliarden Euro teuren Pakets an die Börse zu bringen, berichtet das "Handelsblatt". Bislang hatte das Finanzministerium offen gelassen, wie viel von dem 21,6-prozentigen Telekom-Paket, das bei der KfW geparkt ist, in den Handel gehen soll.
Die Pläne des Bundes, bei der dritten Tranche weniger Aktien an die Börse zu geben, gehe auf, heißt es bei den Brokern. Die T-Aktie gewann an der Frankfurter Börse gut zwei Prozent auf 57 Euro und setzte sich damit gegen den Markttrend durch. Seit dem 6. März war die T-Aktie von 103,50 auf 55,80 Euro gefallen.