Kursschwankungen: Dax stoppt seine Talfahrt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Kursschwankungen Dax stoppt seine Talfahrt

Trotz negativer Vorgaben aus den USA: Der Dax hat seine Talfahrt heute erst einmal gestoppt. Zwar startete der deutsche Leitindex mit Verlusten in den Handel, erholte sich dann im Laufe des Vormittags wieder. Auch die anderen deutschen Indizes zeigten sich unbeeindruckt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main – Am Morgen war der Dax   schon auf unter 7400 Punkte gerauscht, erholte sich bis gegen 11 Uhr aber wieder und erreichte 7518 Zähler (plus 0,13 Prozent gegenüber dem Vortag). Der MDax   verbesserte sich um 1,22 Prozent auf 10.633 Punkte, der TecDax   hingegen verlor weitere 0,97 Prozent und kam nur noch auf 890 Punkte.

Händler hatten angesichts der Vorgaben aus den USA mit größeren Verlusten zum Handelsbeginn gerechnet. Der Dax hatte gestern schon 2,39 Prozent auf 7508,96 Zähler nachgegeben. Der japanische Nikkei  -Index verzeichnete zum Handelsschluss ein neues Dreimonatstief und gab um 418,28 Punkte oder 2,36 Prozent auf den Stand von 17.283,81 Punkte nach. Auch die Börsen in Sydney und Hongkong schlossen mit teils deutlichen Verlusten.

Ausgelöst wurde der Kurssturz an den Aktienmärkten gestern von der Immobilienkrise in den USA. Nach einem erneuten Anstieg des Ölpreises und erneut schlechten Nachrichten vom Häusermarkt in den USA zogen die Anleger die Notbremse. Nach einem lange Zeit ungebrochenen Höhenflug fiel der Dow-Jones-Index bis zum Handelsschluss um 311,50 Punkte und schloss bei einem Stand von 13.473,57 Zählern bei einem Minus von 2,3 Prozent. Erst vor einer Woche hatte der Dow Jones   erstmals mit einem neuen historischen Höchststand von mehr als 14.000 Punkten geschlossen. Analysten machten die weiterhin schleppende Entwicklung auf dem US-Immobiliensektor und die Furcht vor Risiken im Kreditsektor für den Sturz mitverantwortlich. Die Zahl der Wohnungsverkäufe in den USA bezeichneten sie als enttäuschend.

Krise am US-Immobilienmarkt wirkt sich an der Börse aus

Neueste Zahlen zum US-Immobilienmarkt zeigten, dass die Verkäufe weiter rückläufig sind. Im Juni sank die Zahl verkaufter neuer Eigenheime nach Angaben des US-Handelsministeriums um 6,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab die Zahl um 22,3 Prozent nach. Die Investoren an der Wall Street befürchten nach der Einschätzung von Experten, dass diese Tendenz Finanzinstitute dazu bringen könnte, die Konditionen für Kredite zu verschlechtern - die Verfügbarkeit von Krediten gilt aber als Grundlage für Wachstum in der Wirtschaft.

Die USA erleben derzeit einen kräftigen Einbruch der Preise für Immobilien. Zudem haben viele Hausbauer Schwierigkeiten, ihre Hypothekenkredite zurückzuzahlen. Auch andere Finanzdienstleister und Kreditgeber, die in diesen Märkten kräftig mitmischen, werden davon in Mitleidenschaft gezogen.

US-Finanzminister Henry Paulson sagte in einem Interview, es werde immer Schwankungen am Aktienmarkt geben. Derzeit sei eine "Neubewertung von Risiken auf breiter Front" zu erleben. Es werde noch dauern, bis die Probleme gelöst seien. Mitglieder der Regierung äußern sich nur selten zum Tagesverlauf an den Börsen.

kaz/AP/AFP/dpa-AFX/dpa