Kursverluste: US-Hedgefonds attackiert Telekom-Spitze - DER SPIEGEL
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Kursverluste US-Hedgefonds attackiert Telekom-Spitze

Ein amerikanischer Hedgefonds geht hart mit der Telekom ins Gericht. In einem Brief ans Management beklagt er nicht nur die Kursverluste der T-Aktie - sondern wirft den Bonnern obendrein vor, in Polen Millionensummen verschwendet zu haben.
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Frankfurt am Main - Absender des Brandbriefes ist der New Yorker Hedgefonds Elliott Associates, der nach eigenen Angaben auch Anteilseigner der Deutschen Telekom   ist. In einem vertraulichen und auf Englisch verfassten Brief, aus dem heute die "Börsen-Zeitung" zitiert, zeigt sich der Fonds "entsetzt" über die Kursverluste der T-Aktie. Man habe den Eindruck, dass die Telekom sehr wenig unternehme, um die Rendite für ihre "seit langem leidenden Aktionäre" zu steigern.

Der Fonds bemängelte insbesondere das Vorgehen bei den polnischen Aktivitäten der Telekom. In diesem Zusammenhang sei in dem Brief von einer "ungeheuren Veruntreuung" von Mitteln der Telekom die Rede, schreibt die "Börsen-Zeitung". Ein Telekom-Sprecher bezeichnete diesen Vorwurf auf Anfrage als abwegig.

Elliott Associates beruft sich auf einen polnischen Zeitungsbericht, in dem es geheißen habe, die Telekom habe Rechnungen für den polnischen Mobilfunkbetreiber Polska Telefonia Cyfrowa (PTC) beglichen. Die Fonds-Vertreter spekulieren, so könnten pro Monat über 100 Millionen Euro ausgeben worden sein.

Telekom: Wir haben in Polen gezahlt - aber im eigenen Interesse

Die Telekom hält nur einen Minderheitsanteil von 49 Prozent an PTC und streitet seit langem mit Vivendi Universal um die volle Kontrolle der Firma - der französische Konzern hält weitere 49 Prozent. Im vergangenen Jahr war von der Telekom eingesetzten Mitarbeitern bei PTC unter Androhung von Waffengewalt der Zugang zur Verwaltungszentrale verweigert worden.

Der Telekom-Sprecher sagte dazu: "Ja, wir haben für PTC im Januar die Gehälter, Sozialabgaben und einige andere Ausgaben geleistet." Dies sei in Polen offen kommuniziert und vorher intern geprüft worden. Es sei dabei darum gegangen, die Handlungsfähigkeit von PTC als führendem Mobilfunkunternehmen in Polen zu erhalten. Dies liege nicht nur im Interesse von PTC, sondern auch im Interesse der Telekom-Aktionäre. Die Summe der Zahlungen wollte der Sprecher nicht nennen. Er sagte, die Telekom habe dem US-Fonds in einem Brief auf seine Kritik geantwortet.

Wie groß der Anteil ist, den Elliott an der Telekom hält, ist unbekannt. Er müsste aber unter der Meldeschwelle von fünf Prozent liegen, ab der ein Aktionär sein Engagement bekannt machen muss.

Der New Yorker Fonds verwaltet nach Angaben der "Börsen-Zeitung" derzeit insgesamt 5,6 Milliarden Dollar. Im Jahr 2000 machte er auf sich aufmerksam, als er sich bei einem juristischem Streit um eine Umschuldung gegen die Regierung von Peru durchsetzte. In Deutschland erwarb sich Elliott Associates einen Namen, als der Fonds erfolgreich Front gegen die Ungleichbehandlung von Vorzugs- und Stammaktionären bei der Wella AG machte, als vom US-Konzern Procter & Gamble übernommen wurde.

itz