Kurzarbeit
in den Fabriken von VW und Ford, bei Porsche und Mercedes-Benz ist nur der erste Schritt bei dem Versuch der Autohersteller, mit den Absatzproblemen fertig zu werden. Zehntausende von Arbeitsplätzen werden im nächsten Jahr in der deutschen Autoindustrie gestrichen. Eine Branche steuert in die Krise. Im Inland und auf wichtigen Exportmärkten sinkt die Nachfrage. Die Hoffnungen auf Lieferungen nach Osteuropa haben getrogen. Die Japaner drängen mit eigenen Fabriken auf die hart umkämpften westeuropäischen Märkte. Daß die Konzerne nun mit harten Sparprogrammen reagieren, hängt mit eigenen Versäumnissen zusammen. Sie haben in den guten Jahren zuwenig rationalisiert oder eine falsche Modellpolitik, wie bei der S-Klasse von Mercedes, verfolgt. Bei manchen Firmen, etwa Ford, drohen nun Arbeitskämpfe. Der Betriebsrat mobilisiert die Belegschaft gegen den drastischen Sparkurs. Die Londoner Europa-Zentrale will in allen Werken die übertariflichen Leistungen und Tausende von Arbeitsplätzen streichen. Die Kölner Ford-Betriebsräte hegen den Verdacht, daß die noch relativ gut beschäftigten deutschen Werke für Schieflagen auf anderen Märkten einstehen sollen. Die deutsche Belegschaft, so Betriebsratschef Wilfried Kuckelkorn, werde nicht »für Managementfehler von Ford of Europe« zahlen.