TELEKOMMUNIKATION Kurzer Rausch
Minutenpreise von einem Cent für Ortsgespräche dürften schon bald wieder der Vergangenheit angehören. Der Grund: Die um bis zu 75 Prozent unter den Telekom-Tarifen liegenden Lockangebote, mit denen kleine Telefonfirmen am vergangenen Freitag den Markt stürmten, sind in den meisten Fällen nicht kostendeckend und von vornherein nur auf eine Einführungsphase angelegt. Schon in wenigen Tagen entscheidet die Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation zudem über einen Antrag der Telekom, die Mietleitungspreise, die sie von Konkurrenten für die Nutzung ihrer Ortsnetze verlangt, zu erhöhen. Die Chancen, dass die Telekom sich mit ihrem Begehren durchsetzt, stehen nicht schlecht. Damit jedoch würde sich die ohnehin hauchdünne Gewinnspanne der Konkurrenten noch einmal verringern. Einen großen Einbruch bei den Marktanteilen im Ortsnetz (95 Prozent) fürchtet die Telekom auch aus anderen Gründen nicht. So ist eine dauerhafte Voreinstellung der Rufnummer (Pre-Selection) auf einen anderen Wettbewerber im Ortsnetz erst ab Juli möglich. Außerdem sind rund 11 der 40 Millionen Telekom-Kunden über Spartarife und langjährige ISDN-Sonderverträge mit ihren Ortsgesprächen an das Bonner Unternehmen gebunden.